Seelenstriptease wäre vielleicht zu weit gegriffen, aber ich gebe hier doch regelmässig Einblicke darüber was mich beschäftigt, habe Meinung und bringe sie zum Ausdruck. Das ist so und das wird sich auch nicht ändern.
Wir stehen vor dem Jahreswechsel und der ist immer wieder ein gerne genommener Anlaß für gute und weniger gute Vorsätze und neben dem resümierenden Blicke zurück, gehört ebenso regelmässig der Blick in die Zukunft zu den traditionellen Jahreswechselsüberlegungen. Da gibt es einiges, das fest auf der Agenda steht, andere Dinge sind ein Dauerbrenner, die mich jedes Jahr aufs neue begleiten und schließlich wären da noch die wagen Ideen, die unausgegorenen Gedankenfragmente, deren Realisierung fragwürdig aber nicht ausgeschlossen ist.
2012 wird einmal mehr im Zeichen des Prints stehen. Die Faszination der Dunkelkammer ist stärker denn je, jeder gelungene Abzug begeistert, wirft aber auch neue Fragen auf und weckt Begehrlichkeiten. Noch bewege ich mich am Anfang, das Thema Tonung habe ich noch nicht ansatzweise gestreift und meine Technik würde ich nach wie vor als eher holprig bezeichnen. Auch widme ich mich noch immer den eher kleinen Papierformaten. Es gibt also noch gehörig Luft nach oben. Dann wären da noch die alternativen Prozesse. Mit VanDyke habe ich letztes Jahr begonnen, die Palette ist jedoch wesentlich breiter und ich möchte mehr der traditionellen Verfahren und Proezesse kennenlernen und ausprobieren. Dabei rechne ich mir als eines der Highlights den Besuch eines Wetplate Workshops aus, der bereits vorreserviert ist und den ich kaum erwarten kann.
Außerdem möchte ich natürlich besser werden und meinen Horizont erweitern. Das gehört wohl in die Kategorie Dauerbrenner und bleibt eine der schwierigsten Herausforderungen. Nicht nur zu Knipsen und gefällige Bildchen abzuliefern, sondern sich Gedanken zum Bild und seiner Aussage zu machen. Ich kann mich nicht entscheiden ob das Spaß oder Arbeit ist und liege hier gehörig im Clinch mit mir selbst.
Dazu passt wohl das bereits im letzten Beitrag erwähnte Stichwort Reduktion. Klarer in der Aussage zu werden ist verdammt schwierig, ach ja und reduzieren sollte ich wohl auch in Sachen Hardware. Weg von der Sammelwut und noch stärkere Konzentration auf das Handwerkszeug, mit dem ich sowieso 80% aller Fotografien abdecke. Spätestens jetzt sind wir wohl bei den fragwürdigen Realisierungen, denn der “Virus Collectio” ist ein hartnäckiges Scheißerchen, der sich bedeckt halten kann, fast in Vergessenheit gerät um dann überraschend und aus dem Hinterhalt zuzuschlagen. Linderung gibt es immer wieder, Heilung erscheint nahezu unmöglich.


