Quo vadis, Kwerfeldein?

Erstaunlich, wenn man feststellt was von der ins Feld geführten Standarte der Offenheit, Diskussionsfreude und dem Bekenntnis zu konstruktiver Kritik in der Realität wirklich zu halten ist.

Ein Blog hat per Definition das Gespräch zum Ziel. Die Erwartungshaltung eines permanent positiven Feedbacks mag einen unerschütterlichen Optimismus zu Grunde haben, aber spätestens seit Pareto weiss jeder, dass es kaum 100% Lösungen gibt und man somit nicht jedem und immer gefallen kann. Wenn man dann Kritik zu Gehör bekommt, kann ich sehr wohl den Anspruch an eine sauber dargelegte, konstruktive und polemikfreie Kritik verstehen. Was aber muss geschehen, damit der Geist der Zensur Einzug erhält?

Von “nichtdiemama” wurde auf kwerfeldein.de Kritik am Artikel “Lohnt sich Social Media für Fotografen” geübt. Der ersten kurz gehaltenen Kritik, die Herr Gommel nach eigenem Bekunden nicht richtig verstehen konnte, folgte nochmals eine nähere Erläuterung. Auf die leicht jovial gehaltene Gegenantwort verfasste “nichtdiemama” nochmals eine ausführliche Analyse der 26 Absätze des Gommelschen Blogartikels mit der Conclusio, dass lediglich 4 Absätze einen Inhalt im Sinne der Überschrift wieder geben. Gefolgt von dem Vorschlag, an einem Beispiel ins Detail zu gehen und dem Schlussatz, dass nach Empfinden des Kommentators, der Artikel inhaltlich zu dürftig sein.

Dieser Kommentar war nach meinem Verständnis höflich, sachlich dargelegt und frei von jeder Polemik, jedoch nur wenige Minuten freigeschaltet, um dann im Zensurnirvana zu verschwinden.

Quo Vadis, Herr Gommel? Sind die permanenten Aufforderungen zu Feedback nur als Floskeln zu verstehen? Übertönt das Grundrauschen der Gefälligkeitsbekundungen die Misstöne der Kritik? Sicher, jeder ist frei in der Wahl seiner Gesprächspartner und es steht jedem Blogautor frei unseriöse Kommentare zu selektieren. Die hier offensichtlich an den Tag gelegten Selektionskriterien sind jedoch nicht transparent und scheinen den Versuch zum Ziel zu haben, Kritik zu unterbinden. Hat der angeblich erfolgreichste deutsche Fotoblog das nötig?