Wunderland

“…walking in a winter wonderland.” So lautet die Textzeile eines bekannten Weihnachtssongs, der alljährlich im 12. Monat des Jahres, diverse Radiostationen rauf und runter gequält wird. Ist der Sommer wirklich schon wieder vorbei?

Über manche Dinge wundere ich mich ja schon lange nicht mehr. Über Lebkuchen und Dominosteine, die schon seit Ende August die Supermarktregale füllen, über Politiker & Parteien, die statt über Programme über Personen streiten, über Bloger, die Masse statt Klasse zum Credo erheben,…- das ist halt der Zeitgeist.

Wobei, nein, so abgestumpft bin ich dann doch noch nicht. Um bei den musikalischen Vergleichen zu bleiben “Wunder, gibt es immer wieder, heute oder morgen…”. Meinen Junior zu beobachten, wie er jeden Tag die Welt ein Stückchen weiter entdeckt und erobert ist und bleibt ein Wunder. Neben meiner Frau aufzuwachen und die tiefe Liebe und Verbundenheit zu spüren, ist ein Wunder und wunderbar und Momente des Lebens auf Film zu bannen, genau – ein Wunder.

Klar, es ist spektakulär sich zu überlegen was Licht auf einem Stückchen Silizium anstellen kann. Wunderwelt der Technik. Mir jagt es aber nach wie vor bei der Filmfotografie den sprichwörtlichen Schauer über den Rücken. Zwischen Hoffen und Bangen die Filmrolle in die Dose mit der neuesten Zauberformel aus Chemie, Temperatur und Zeit zu bringen – spannend. Zu sehen wie sich ein Bild langsam auf dem Fotopapier abzeichnet, dem Vernehmen nach sensationell und durch wenig zu überbieten (ich werd es bald erfahren :D ). Zu wissen bzw. zu lernen, dass bestimmte Filme in Kombination mit bestimmten Kameras eine einzigartige Bildwirkung ergeben – genial. Gefragt zu werden mit welcher Software man diesen unglaublichen Effekt hinbekommen hat und lässig zu antworten Licht&Schatten 2.0 mit dem neuesten Erfahrungspatch – unbezahlbar.

“Ein schööööner Tag, die Welt steht still ein schööööner Tag – komm Welt lass Dich umarmen welch ein Tag”