Schimpft mich nur buchstabengläubig und als dem Schriftwerk verfallen. Lesen ist nunmal meine bevorzugte Beschäftigung an langen, dunklen und kalten Winterabenden in irgendeinem Hotel.
Ausserdem ist es immer wieder erstaunlich, welch kluge Köpfe schon vor ewigen Zeiten kluge Sätze geschrieben haben. Über nachfolgende Ausführungen bin ich in einem Buch aus den 40er Jahren gestossen. Wir haben ja schon mehrfach und in unterschiedlichsten Facetten über das Thema Kunst gesprochen. Über die folgenden Sätze kann man vortrefflich sinnieren:
“Wir denken uns das “künstlerisch” heute nahezu als Domäne einer gewissen gehobenen und besonders erzogenen Schicht. Es hat aber Zeiten gegeben, in denen man viel weniger von künstlerisch sprach, d.h. in denen man es war. So wollten z.B. die alten Meister nichts als Handwerker sein und es wäre ihnen nicht in den Sinn gekommen, wertvoller zu sein deshalb, weil sie ihr Handwerk bis in die letzten Feinheiten beherrschten und weil ihnen das – in unserem Sinne – Unkünstlerische völlig fremd war. Es wäre vielleicht gut, wenn wir bei unserem Hand- und Kopfwerk die Forderung an uns stellten, die diese alten “Handwerkern” selbstverständlich waren. Sprechen wir weniger von Kunst!”(H. Windisch, Schule
rder Farben-Fotografie, Heering Verlag 1940)


