Stairs with a view

Das meine Kondition schon mal besser gewesen ist, war mir klar. Dass sie sich so hundsmiserabel darstellt, dass ich nach 2 Stunden Bergwandern total am Allerwertesten bin – wer hätte das gedacht. Naja, vielleicht hätte ich die erste halbe Stunde dem Wanderweg folgen sollen. Irgendwie war ich zu doof die Wegmarkierungen zu sehen und bin erstmal quer durch die Prärie gelaufen. Mit war klar, ich muss den Berg rauf, also durch den Wald, auf rutschigem Laub, losen Geröllbrocken und einer Steigung von mehr als 45 Grad. Mahlzeit. Als ich dann endlich den offiziellen Wanderweg wieder erreicht hatte, war ich schon total aus der Puste. Das auf den Rücken geschnallte Beast samt 55er Linse und die ZM für die Kleinbildimpressionen machten es auch nicht einfacher.
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Reset

Es gibt so Tage, da muss man einfach den Kopf frei bekommen, sonst ist man für sich und seine Umwelt ausgesprochen schlecht genießbar. Für mich war gestern so ein Tag. Ohne besonderen oder zumindest offen auf der Hand liegenden Grund, hatte ich unsagbar schlechte Laune. Zu viel Kopfballast.

Nunja, es war zwar relativ kalt, aber der Himmel klar. Also den Rucksack geschultert, zwei Kameras unter den Arm geklemmt, etwas Verpflegung eingepackt, Musik auf die Ohren und ab auf den Hausberg. Eine kurze Gondelfahrt und 10 Minuten Fußmarsch später ist die schlechte Laune wie weggeblasen. Es liegen bereits einige Zentimeter Schnee und es sind kaum Leute unterwegs. Nina Simone trällert in mein Ohr und die Aussicht ist atemberaubend.

Als ich durch den Sucher der Zeiss Ikon blicke vermisse ich schmerzlich das 35mm. Berge, die aus einem Nebelmeer herausragen. Die Sonne die sich stellenweise durch die Wolken kämpft und Teile der Landschaft in dieses Licht taucht, dass es nur im Winter und bei tief stehender Sonne gibt. Das schreit alles danach mit einem 35mm Objektiv in angemessenem Format festgehalten zu werden. Immerhin fällt mir in dem Moment noch ein die Automatik auszuschalten und daran zu denken, dass bei Schnee eine Überbelichtung ca. um 2 Stufen angesagt ist. Das Zeug soll ja schließlich weiß und nicht grau aussehen. Gelernt hab ich bei der Gelegenheit gleich noch, dass Blende 8 noch viel zu offen ist, um die Berge nicht matschig aussehen zu lassen, und auch ISO 400 für Schneelandschaften ein wenig viel des Guten ist. Ach ja, und da gab es ja auch noch Fotofilter…

Baum im Nebel

Die Talfahrt trete ich schließlich mit einem Liedchen auf den Lippen an. Mens sana in corpore sano – da ist vermutlich schon was dran…