Verwirrung

Ich bin verwirrt. Vorweg, ich werde jedweden Kommentar, dass dies bei mir ja nun nichts Neues sei und auch alle anderen Kommentare ähnlicher Couleur mit Verachtung strafen ;)  So. Nun aber zurück zu meiner Verwirrung. 

Ich war also im wohlverdienten Urlaub. Und natürlich hab ich auch ein klitzekleinwenig fotografiert. Digital. Weil die beste Ehefrau von allen besteht in Sachen Urlaub auf digitales Bildwerk. Von wegen einfacheren Repräsentationszwecken bei den besten Freundinnen und Kontrolle potentieller Fehler beim ausführenden Fotografierenden. Schließlich muß alles für die Nachwelt dokumentiert werden. Wie auch immer, Anlass zu meiner Verwirrung ist die plötzliche Erkenntnis – analog ist doch viel einfacher als digital!

Sockenschuß? Mag sein, ich versuch meine irrwitzige Erkenntnis mal irgendwie zu erläutern. Per se ist Knöpfchen drücken ja erstmal Knöpfchen drücken. Und durch den Sucher schauen und versuchen den richtigen Ausschnitt zu finden, da geben sich die beiden Disziplinen auch wenig. Auch kann man auf manuelles Fokussieren umstellen wenn man sich dank Analogdiät erstmal dran gewöhnt hat. Und trotz allem: ist man erstmal in schwarz-weiß verliebt, dann ist die ganze Farbinformation in den meißten Fällen auf einmal für die Katz’…

Beispiel? Beispiel! Landschaftsfoto. dsc_8252_v3 Zugegeben nicht unbedingt meine Domäne und ich hätte die ganzen Hügel am liebsten noch mit ein paar "Naggisch-Hügelchen" garniert, soll aber auch nicht Thema sein. In Farbe kann mir das höchsten ein "ganz nett, aber flau" entlocken.Schwarz-weiß find ich’s aber richtig klasse, das Typische der Vulkanlandschaften wird auf einmal klar, das Auge konzentriert sich auf die Formen der Landschaft und die ganze Szenerie gewinnt ungemein. Kommt in der limitierten Webauflösung vielleicht nicht so ganz rüber, ist aber so. dsc_8252_v2_1

Das geht doch auch digital! Klar, geht das. Ist aber trotzdem aufwendiger. Mit ein wenig Erfahrung weiß ich welcher Film welche Stimmung rüber bringt und für welche Situation geeignet ist. Oder ich weiß wie ich ihn in der Entwicklung schubsen muss, damit er das gewünschte Ergebnis bringt. Und für mich hat Film nach wie vor einen Charme, den ich digital nur schwer imitieren kann. Digital ist das ein elendiges Rumprobieren und Regler schieben und meilenweit von schneller und unkomplizierter entfernt. 

Mist, jetzt hat das doch wieder einen Anstrich von Digitalbashing bekommen, sollte aber gar nicht. Alles was ich sagen wollte ist: nach einer Woche mit der Digicam lechze ich förmlich danach wieder Hand an meine analogen Ladies zu legen. Die vielbeschworene Unbeschwertheit der digitalen Fotografie will sich bei mir nicht mehr einstellen und das verwirrt mich. 

"Auf der A5 kommt Ihnen ein Geisterfahrer entgegen. Einer? Hunderte!"