Totally nuts

Ich werde ja schon lange für verrückt erklärt. Filmfotografie – bescheuert, geht doch heute alles digital. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen und mich gänzlich, als Fall für die Klapse zu outen – ich richte eine Dunkelkammer ein. Klar, hybride Verarbeitung und Tintenstrahldruck sind eine schnelle und vergleichsweise kostengünstige Lösung, aber erstens will ich verstehen was all die Fotokünstler meinen, wenn sie sagen, das richtige Bild entsteht erst in der Dunkelkammer und zweitens ist es eine handwerkliche Herausforderung und unbändiger Wissensdurst.

Der Einstieg wird einem zumindest aus finanzieller Seite nicht allzu schwer gemacht. Die digitale Dunkelkammer hat die Chemieküche in Bad, Dachboden oder Keller weitestgehend verdrängt und via Kleinanzeige oder Internetauktionshaus lässt sich das einstige Hochpreisequipment zu einem akzeptablen Preis erwerben. Trotzdem muss klar sein, dass wirtschaftliche Gesichtspunkte hier keine Rolle spielen können und dürfen. Neben der Anfangsinvestition sind Chemie und Papier auch nicht umsonst zu haben, und wenn man Zeitfaktor und Lernkurve hinzu rechnet kann man die Preise des Gross- und auch Kleinlabors vermutlich nie unterbieten. Aber es geht ja nicht um Wirtschaftlichkeit, sondern um die Freude am Prozess, die handwerkliche Herausforderung und die Möglichkeiten Kunstwerke / Unikate zu schaffen, die mit keiner Massenverarbeitung erreichbar sind.

Soweit der Anspruch – ob ich ihm gerecht werden kann wird sich zeigen…