Ja, diese Woche hatte etwas von einem wilden und durchgeknallten Ritt und auch der übliche Abwurf war dabei. Hier in Form eines unverschuldeten Auffahrunfalls der besseren Hälfte auf dem Weg nach Hause. Resultat war ein Totalschaden in Sachen Fahrzeug, mehrere Krankenhausbesuche inkl. MRT, die einen angerissenen Halswirbel beim Lieblingsmenschen zu Tage förderten und eine Unfallgegnerin, die Ihren Führerschein entzogen bekommt. Mahlzeit.
Ich muss am nächsten Tag dann natürlich auf Geschäftsreise nach Spanien. Passt ja prima. Zumal wenn es Zaragoza sein darf, d.h. kein Direktflug. Also per Flieger von Zürich nach Barcelona – natürlich mit zweimal Verspätung sowohl beim Abflug als auch bei Ankunft, Taxi zum Bahnhof, Schnellzug nach Zaragoza (wobei man hier erst mal den Ticketschalter finden muss, um sich dann über Sicherheitskontrollen wie am Flughafen zu wundern), knappe 1,5 Stunden. Taxi zum Hotel, mittlerweile gegen 19.00 Uhr. O.k., wir schaun uns noch eine Runde in der Stadt um. Der Markt ist nett, frisches Obst und Gemüse, Fleisch und phantastischer Fisch in der Auslage, aber ich bin ja nicht zum Kochen da. Ein interessanter Mix aus den üblichen Sakralbauten und teilweise moderne Architektur – ich habe keine Kamera dabei.
Zwischenzeitlich meldet sich doch recht nachdrücklich der kleine Hunger, denn bis auf ein kurzes Frühstück und das spärliche Sandwich vom Bordcatering hatte ich noch Nichts zwischen den Zähnen. Spanien, das heisst doch Tapas, also suchen wir uns eine entsprechende Bar, um hier wiederum festzustellen, dass Englisch in Zaragoza quasi nicht gesprochen wird, man vom dezent untersetzten Barbesitzer aufgrund fehlender Spanischkenntnisse in die Kategorie Schwerverbrecher gesteckt wird, was den übrigen Stammgästen höchstwahrscheinlich auch postwendend mit ordentlich Hohn erzählt wird (ich habe natürlich Nichts verstanden) und der berühmte spanische Stolz kommt bei mir eher als schweineunfreundlich an. Mangels Alternative esse ich trotzdem noch was und kehre dann zurück ins Hotel, das natürlich total überteuert ist, weil gerade irgendeine blöde Messe stattfindet.
Zumindest der Kundenbesuch am nächsten Tag ist gut, ich werde relativ früh fertig und bin zeitnah am Bahnhof, um wieder ein AVE-Ticket zu lösen, allerdings spricht auch am Bahnhof keine Menschenseele englisch. Im irgendeinem Touristenbüro werde ich schließlich fündig, 2 junge weibliche Bahnangestellte verstehen mich, 5 Minuten shakern und mir wird eine aufregende Blondine an die Seite gestellt, die mich an eine verkürzte Warteschlange lotst, das Ticket organisiert und mich an den Bahnsteig geleitet, nicht ohne mir vorher ihre halbe Lebensgeschichte zu erzählen, dass Sie mit einem Amerikaner verheiratet war, jetzt geschieden ist, sich in Zaragoza gar nicht mehr so wohl fühlt, mir geistern Bildideen durch den Kopf… Oh Mann.
Endlich im Zug bin ich immer noch recht früh dran, rufe mein Reisebüro an, um mich auf einen früheren Flug umbuchen zu lassen. 25 Minuten vom Bahnhof zum Flughafen sind grosszügig gerechnet, dann bleibt fast noch eine gute Stunde zum Einchecken, dass muss reichen. Raus aus dem Zug, rein ins Taxi, los Richtung Flughafen, der Fahrer gibt Gummi, denn ich sag ihm vorsichtshalber, dass ich meinem Flug bekommen möchte und 5km vorm Flughafen Stau. Murphys Law – Nichts geht mehr. Panik. Irgendwann sind wir doch da, ich im Laufschritt am Schalter (der Automat will nicht) – ach, Swiss wird hier getrennt und nicht bei Lufthansa betreut – nächster Schalter, sorry Leute ist mir gerade Scheißegal, ob ihr Business, Senator oder was weiß ich seid – ich will in meinen Flieger und nicht erst Nachts daheim ankommen…
Ich habe es schließlich geschafft. Home, sweet home. Ein neues Auto ist seid heute auch in Sicht. Gleiches Modell und Baujahr, 40.000km Laufleistung weniger, super Zustand und erträglicher Aufpreis auf die Versicherungszahlung.
Was für ein Höllenritt.


