Portraitlinse

Mag die Linse umstritten und nicht so rattenscharf wie wat-weiss-ich-denn sein. Ich find das Nikkor 2/85 super und die FM2 ist ein Traum. Für den Performancetest also ein Portrait. Das soll ja die primäre Spielwiese des 85er sein.

Ein U125 dezent gepusht auf 200, in Rodinal Standentwicklung. Geprintet auf Wephota 311 PE.

Linien, Wellen, Formen

Ach ja, das hier wollte ich noch zeigen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass hier auch noch Mörderkalkflecken zu sehen sind, körnig für dieses Motiv aus meiner Sichtweise total ungeeignet ist, Belichtung so lala und die Aufteilung auch nicht optimal gelungen ist (also eigentlich alles Murks): ganz prinzipiell entwickle ich gerade eine gewisse Begeisterung für den fotografischen Purismus, der sich primär auf Linien, Formen, oder Struktur konzentriert und die vielbeschworene Geschichte ignoriert. Ich bilde mir auch ein, zumindest ist das bei mir so, dass man erst einen Blick dafür entwickeln muss, und der scheint sich bei mir langsam zu melden.

An die Stelle muss ich unbedingt nochmals zurück und ähnliche Dinge mit einem niedrigempfindlichen Film oder ordentlichem Pull probieren.

Körnige Nebelmöwe

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Neugierig wie ich bin, wollte ich schon geraume Zeit einen sogenannten Pyro-Entwickler ausprobieren, war die ganze Zeit auf PMK aus und habe mich im letzten Moment für Pyrocat HD entschieden. Pyro Entwickler enthalten Pyrogallol oder Brenzcatechin, diese gerben das Filmmaterial und sollen mit dieser Farbmaske für besondere Schärfe und Kornunterdrückung sorgen. Man sollte dabei einen basischen Fixierer verwenden, damit das sogenannte Stain (die Färbung) erhalten bleibt. Soweit ich das an Beispielbildern sehen konnte wird eher nicht gepusht, sondern eher gepullt, aber die Ergebnisse sahen im Regelfall sehr vielversprechend aus.

Ich also den heutigen Tag genutzt, um einen uralt HP5, der noch in einer der Yashica electros vor sich hingammelte, fertig zu belichten. O.k., Filmempfindlichkeit auf ISO800 eingestellt, d.h. das wird ein Push. Auch egal, schließlich hab ich auch keinen basischen Fixierer daheim, dann probieren wir einfach mal alles, was man normalerweise nicht macht. Einige nette Motive bei grauem Nebelwetter später, bin ich durch und der Film nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Spule. Man hat sich mal wieder störrisch gestellt und war extrem verdreht und sperrig. Entwickelt wurde mittels Semi-Standentwicklung im Verhältnis 3:3:450. D.h., der Entwickler hat 2 Komponenten, die in sehr kleinen Mengen genutzt werden und der dritte Teil ist wie üblich Wasser.

Als der Film zum Wässern liegt lässt sich schon erkennen: von Stain nichts zu sehen, d.h. es scheint sich zu Bewahrheiten, dass der saure Fixierer die Bildung unterdrückt oder gar rückgängig macht? Da müsste ich mich nochmals schlau machen. Beim Scannen bin ich dann schließlich richtig überrascht. Von wegen Kornunterdrückung (o.k. kein Stain, trotzdem). Im Gegenteil. Korn satt, und durchaus gefällig. Leider hab ich mal wieder vergessen vor dem Trocknen Netzmittel zu benutzen und werde mit übelsten Kalkflecken belohnt, die man auf den Scans auch noch erkennen kann.

Eine spannende Kiste – mit dem Zeug werde ich auf alle Fälle weiter experimentieren

Shoeshine boy

Turning round

Nach langer Zeit habe ich endlich ein zweites Magazin für meine geliebte SL66 erstanden und es natürlich sofort ausprobiert. Es funktioniert prächtig, hat mir jedoch aufgezeigt, dass mein Problem der vertikalen Linien auf dem Filmstreifen nichts mit dem Filmmagazin zu tun hat. Erstmal verwirrt, weil ja eigentlich sonst nirgendwo noch ein Kontakt zum Filmstreifen besteht, habe ich die Rollei mal ohne Magazin ausgelöst, um zu sehen was da noch so passiert, et voilà – der Vorhang ist geklebt/verschweißt und die Klebenaht erhaben, mit deutlichen Schleifspuren. Das dürfte dann des Rätsels Lösung sein.

Bleibt nur noch die Frage, ob ich mich dem Thema selber stelle oder endlich mal einen Profi ranlasse. So wei ich mich kenne werde ich’s aber selbst versuchen. Ach ja, sind trotzdem gute Bilder rumgekommen…

Edit: habe jetzt mal vorsichtig versucht, die Kante des Verschlußvorhangs mit einem feuchten Mikrofasertuch abzureiben. Also verschweißt ist da nichts, da war mein erster Eindruck Blödsinn. Die vermeindlichen Schleifspuren sind allerdings blasser geworden, was das war – keine Ahnung. Der Vorhang sieht jetzt bisserl verfärbt aus, aber das sollte der Funktionalität ja keinen Abbruch tun. Man könnte im Zweifelsfall auch nochmals mit der Andruckplatte des Magazins experimentieren, die lässt sich ja ebenfalls einstellen. Nunja, der nächste Testfilm wird Aufschluß geben…