Card Games

Ja, das mit den Entwicklern ist ja auch immer so ein wenig Glücksspiel. Ich hatte Grosses vor. Pyroentwicklung und hier fiel meine Wahl auf den Pyrocat HD, der sich auch zur Rotationsentwicklung eignen soll. Der Witz bei den Pyroentwicklern ist ja, dass sich sogenanntes Stain bildet, d.h. eine Einfärbung oder Gerbung des Trägermaterials erreicht wird, was einmal dem Anschein von Schärfe zu Gute kommen soll und hervorragende Negative zur Verwendung bei alternativen Prozessen à la VanDyke & Co. geben soll.

Den Stain habe ich dank Verwendung eines alkalischen Fixierers diesmal erhalten, auch lag ich mit der Schätzung der Entwicklungszeit recht gut, trotzdem bin ich noch unschlüssig. Das Negativ kommt mir ausgesprochen empfindlich vor, was nicht Tri-X typische wäre, und es zeigt Fingerabdrücke vom Feinsten. Entweder hab ich beim Kassette bestücken bzw. Entnehmen und Einspulen ordentlich gepennt und auf dem Film rumgetatscht, oder mein Handschweiss war gerade hochaggressiv, oder, oder, oder…

Ach ja, und mein Scanner nervt mich auch ungemein, das Zusammenstückeln der 4×5 Negative ist suboptimal!

Körnige Nebelmöwe

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Neugierig wie ich bin, wollte ich schon geraume Zeit einen sogenannten Pyro-Entwickler ausprobieren, war die ganze Zeit auf PMK aus und habe mich im letzten Moment für Pyrocat HD entschieden. Pyro Entwickler enthalten Pyrogallol oder Brenzcatechin, diese gerben das Filmmaterial und sollen mit dieser Farbmaske für besondere Schärfe und Kornunterdrückung sorgen. Man sollte dabei einen basischen Fixierer verwenden, damit das sogenannte Stain (die Färbung) erhalten bleibt. Soweit ich das an Beispielbildern sehen konnte wird eher nicht gepusht, sondern eher gepullt, aber die Ergebnisse sahen im Regelfall sehr vielversprechend aus.

Ich also den heutigen Tag genutzt, um einen uralt HP5, der noch in einer der Yashica electros vor sich hingammelte, fertig zu belichten. O.k., Filmempfindlichkeit auf ISO800 eingestellt, d.h. das wird ein Push. Auch egal, schließlich hab ich auch keinen basischen Fixierer daheim, dann probieren wir einfach mal alles, was man normalerweise nicht macht. Einige nette Motive bei grauem Nebelwetter später, bin ich durch und der Film nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Spule. Man hat sich mal wieder störrisch gestellt und war extrem verdreht und sperrig. Entwickelt wurde mittels Semi-Standentwicklung im Verhältnis 3:3:450. D.h., der Entwickler hat 2 Komponenten, die in sehr kleinen Mengen genutzt werden und der dritte Teil ist wie üblich Wasser.

Als der Film zum Wässern liegt lässt sich schon erkennen: von Stain nichts zu sehen, d.h. es scheint sich zu Bewahrheiten, dass der saure Fixierer die Bildung unterdrückt oder gar rückgängig macht? Da müsste ich mich nochmals schlau machen. Beim Scannen bin ich dann schließlich richtig überrascht. Von wegen Kornunterdrückung (o.k. kein Stain, trotzdem). Im Gegenteil. Korn satt, und durchaus gefällig. Leider hab ich mal wieder vergessen vor dem Trocknen Netzmittel zu benutzen und werde mit übelsten Kalkflecken belohnt, die man auf den Scans auch noch erkennen kann.

Eine spannende Kiste – mit dem Zeug werde ich auf alle Fälle weiter experimentieren