Was passiert, wenn man ein Buch über Man Ray durchblättert, eine Doku über Charles Matton sieht und zu allem Überfluss das letzte Geburtstagsgeschenk des Sprösslings im Wohnzimmer rumsteht? Nun, der Reihe nach.
Nach meinen letzten ernüchternden Kleinbildergebnissen musste es ja erst mal ein wenig Mittelformat und R3 sein, aber am Wochenende hat mich die kleine Olympus OM so nett angelächelt, dass ich dachte – warum nicht. Langes Wochenende, entspannter Morgen mit ausgiebigem Frühstück, der Nachwuchs albert am Tisch rum, ideale Gelegenheit für ein paar Fotos. Ruck zuck sind ca. 20 Bilder im Kasten. Erwähnte ich, dass es sich hauptsächlich um Gegenlichtaufnahmen handelte? Egal, im Laufe besagten Wochenendmorgens hatte ich jedenfalls auch die Gelegenheit von etwas Lektüre über Man Ray und natürlich fanden sich Beispiele seiner legendären Serie “Mr. and Mrs. Woodman”. Pornöses aus dem Jahr 1947…
Später Nachmittag, der Junior hat sich endlich zum Mittagsschlaf erbarmt, bleiben wir an oben erwähnter Arte Dokumentation hängen. Charles Matton hat mir bis dato nichts gesagt aber seine Fotoarbeiten mit selbst erschaffenen Miniturwelten, die er noch mit der Malerei verbindet… Faszinierend. Tja, und dann kommt eins zum anderen. Es sind noch ein paar Bilder auf dem Film, im Wohnzimmer steht das Spielzeugkrankenhaus des Sohnemanns, da könnte man doch etwas spätpubertären “Shice” fabrizieren. Was haben Schwester Christa und Prof. Brinkmann wirklich in der Klinik getrieben? Und wie war Pfleger Mischa beteiligt?
Die Ergebnisse des Tages möchte ich natürlich noch ansehen und in Experimentierlaune beschliesse den Ilford FP4 mittels Standentwicklung zu baden. Im Wechselsack brauche ich 5 Anläufe, vermutlich weil ich zu schräg angeschnitten habe, verknicke den Film ein paar mal übelst, um in schliesslich in einen Ansatz von Rodinal R09 One Shot 1:100, eine Minute zu schütteln, nicht zu rühren und dann 1 Stunde zu ignorieren.
Fazit:
“Oberschwester Hildegard, meine Schnapsinfusion…”


