Es kann nicht immer Schnappschuss sein

Die kleine Fotoschule von Herrn Trout mit seinem letzten Beitrag hat mich mal wieder ins Grübeln gebracht. Aus welcher Intention heraus, wie und warum mache ich eigentlich Fotos? Und will ich das weiterhin so tun?

Starterkenntnis: Boris, du bis ein Schnappschussfotograf. Vorerst wertungsfrei ist mein fotografisches Werk bislang geprägt von der Gier alle möglichen Filme und Kameras auszutesten und nebenbei Situationen einzufangen, die ich als “schön” empfinde. Materialexperimente und persönliche Dokumentation. Gehört wohl dazu, ist aber nicht wirklich das, was einen Fotografen primär ausmacht.

Folgeerkenntnis: Wenn ich mich mit einem Konzept beschäftige, ist der Output regelmäßig “produktiver”. Siehe das Beispiel des seinerzeitigen Kunstprojekts von Michael. Ich mag die Ergebnisse noch heute. Ich habe quasi nicht nachgearbeitet und aufgrund der Vorlagegeschichte und den Bildbeispielen gewusst, wie ich das Thema angehen möchte. Soll an dieser Stelle nicht heißen, dass meine Schnappschüsse deshalb schlecht sind. Nein, eines meiner Lieblings- und wie ich glaube bislang besten Bilder ist situativ entstanden. Schnappschüsse werden damit immer ihre Daseinsberechtigung in meiner Fotografie haben, trotzdem ist der Zeitpunkt richtig sich die Frage zu stellen, ob die fotografische Entwicklung nicht von “überlegter” Fotografie erheblich profitieren könnte. Eigentlich spricht alles dafür: das Frustpotential kann minimiert werden, wenn man nicht auf Zufall hoffen muß, man fotografiert ressourcenschonender (Material und Zeit) und letztlich ist eine Überprüfung des Könnens im Vergleich Kopf- zu Negativbild einfacher.

Wie ich in meinem Kommentar zur Fotoschule bereits geschrieben habe, glaube ich auch, dass man zwangsläufig an den Punkt kommt, an dem das reine Ablichten an Bedeutung verliert. Irgendwann drängt es einen zur Herausforderung DAS Bild zu machen. Nicht das Beste, das möchte man eh immer, sonder DAS Bild, das man tatsächlich im Kopf hat und seine Geschichte zu erzählen.

Ich sagte es bereits, es bleibt spannend…