Gedreht und nicht getaucht

Da ich über kurz oder lang auch etwas grössere Abzüge machen möchte, 40×50 sollten schon drin sein, und ich die entsprechend notwendigen Wannen nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung habe, konnte ich mir entweder genau diese Wannen kaufen, oder ein recht günstiges Angebot einer Jobo CPA II, samt Drums annehmen.

Ich habe mich für zweitere Variante entschieden. Erstens ist ein Backup für die CPE nicht verkehrt, zweitens ist das Maschinchen jetzt mit Pumpe ausgestattet, d.h. die Temperaturkonstanz bei C41 und E6 Prozessen dürfte noch einfacher sicherzustellen sein, drittens ist der Chemieverbrauch doch erheblich geringer und man kann relativ einfach mal auf die Schnelle 1-2 Abzüge machen, ohne grosse Aufbauarie.

Für Puristen und das High-End-Fine-Art-Gedöns ist das vermutlich Teufelszeug. Ich werde über die ersten Ergebnisse berichten.

Graflex II

Mein Wochenende war von keinen ausschweifenden Testreihen in Sachen Grossformat geprägt, sonder so ein fieser Infekt hat gemeint mich mal eben kurz auf die Bretter und in die Horizontale befördern zu müssen. Unschön. Immerhin hat es zu einem erneuten Testbild gereicht – ich wollte ja unbedingt Personen vor der Linse haben und da hat sich die beste Ehefrau von allen eben geopfert.

Nicht gestylt, keine Pose, sondern dezent fix und alle und leicht derangiert…Ich persönlich finde sie dann ja ganz besonders hölle-sexy :D

Noch kann ich mit keinen besonderen Erfahrungen in Sachen Grossformat aufwarten, aber ich bin überrascht wie “perfekt” die Bilder rauskommen. Bislang ist einfach keine Bearbeitung notwendig. Keine Kurven anpassen, ne nado… Irre und faszinierend.

Grosse Premiere

Es ist vollbracht. Auf G+ hab ich das Ergebnis schon gezeigt, hier dann nochmals: mein erstes grossformatiges Werk, im Format 4×5 inch. Ein erhebendes Gefühl.

Das Laden der Planfilmkassette ging einfacher als ich dachte und hat auch keiner weiteren Knicke o.ä. hervor gebracht. Da ich noch keinen passenden Doseneinsatz oder Tank hab, war mir von Anfang an klar, dass ich eine Schalenentwicklung machen muss. Auch die ist erstaunlich gut gelaufen, trotz nicht ganz lichtdichter Kellertüre und insgesamt eher improvisierter Methodik.

Tja, das fotografieren an sich. Es ist schon eine etwas andere Welt. Alles ist grösser und muss mit mehr Sorgfalt angegangen werden. Gleich nach dem ersten Bild bin ich übermütig geworden, nach dem Motto: das ist doch ein Klacks und gar nicht so schwer, habe das Stativ umgestellt und das nächste Motiv in Angriff genommen. Blende auf, Fokussieren, Verschluss zu, Kassette rein, Schieber raus, Belichten…ääärgh – vergessen die Blende zu schliessen. Verdammt. Eine Sekunde bei Offenblende dürfte dann doch etwas viel des guten sein. Man muss sich also mehr konzentrieren. Das sollte hinzubekommen sein.

Geduld ist dann beim Scannen gefragt. Mein Scanner kann nur Mittelformat, also muss ich zweimal Scannen und die Ergebnisse dann mittels Photoshop stitchen. Bei den Dateigrössen, die da zusammenkommen eine zeitraubende Angelegenheit, aber immerhin funktioniert es. Das Ergebnis ist atemberaubend. Das Motiv mag nicht der allergrösste Wurf sein, aber wenn man sich die Details eines solchen Negativs ansieht, klappt einem die Kinnlade unweigerlich nach unten. Man zoomt und zoomt und zoomt und zoomt und die Details nehmen einfach kein Ende. Wahnsinn.

Ich vermute das kommende Wochenende wird von einigen Experimenten in Sachen Grossformat gekennzeichnet sein. Selbstverständlich will ich Personen vor der Linse haben und die Herausforderungen kommen ja erst, wenn es nicht nur um Fokussieren ins Unendliche geht. Ich bin schon sehr gespannt und weiss bereits, dass ich den Schritt in die “Königsklasse” nicht bereuen werde.