Jäger und Sammler

Wir Männer entschuldigen gewisse hortende Eigenschaften unser Lieblingshobby betreffen ja immer gerne mit der genetischen Disposition als Jäger und Sammler. Manch Geschlechtsgenosse weitet das Argument auch gerne auf etwaige außereheliche Aktivitäten aus, das soll uns aber an dieser Stelle nicht interessieren.

Ob Männlein oder Weiblein: Fakt ist, der Sammelvirus hat schon viele der fotoaffinen Gemeinschaft gepackt, und warum auch nicht. Nie war es billiger in das Faszinosum der filmbasierten Fotografie, gerade auch im Mittelformat einzusteigen. Phantastische Geräte, die vor 15 Jahren noch regelrechte Investitionen waren, werden heute auf dem Gebrauchtmarkt für vergleichsweise kleines Geld feilgeboten.

Ich nehme mich an dieser Stelle nicht aus und führe regelmässige Diskussionen mit der besten Ehefrau von allen, ob dieses Schätzchen jetzt wirklich noch sein musste oder nicht. Der Schrank quillt schließlich schon über. Ich bekenne meine Schwäche und erliege den hübschen kleinen und großen Apparaten in bestechender Regelmässigkeit. Was ich mir zugute halte: ich mache damit Bilder. Ich spiele mit den Lieblingen. Und hier scheint, zumindest in meiner Wahrnehmung, der Unterschied zu einigen Kollegen zu liegen.

Ich verfolge ja immer gerne die neuesten Erfolgsmeldungen über gewonnene Auktionen und auf der Reise befindliche Päckchen lichtbildnerischen Inhalts. Ist das Schmuckstück dann angekommen und der erste Freudentaumel erloschen folgt mir viel zu oft – Nichts. Ebbe. Gähnende Leere. Keine Beispielbilder was das gute Stück noch kann oder nicht. Und dabei sind all die tollen Geräte doch viel zu Schade um in einer Vitrine zu verhungern.

Mein Aufruf lautet demnach. Kauft Fotoapparate. Nutzt die Gunst der Stunde. Verliebt Euch in die Magie des analogen Bilds, aber macht sie verdammt noch mal auch, die Bilder und zeigt sie uns. So schön die Kollektion von 50 verschiedenen Boxkameras auch sein mag, sie wollen gefordert und benutzt werden und ich will Bilder sehen!