Gewinnchance

Ist unspektakulär, aber auch aus rein dokumentarischen Zwecken, hier das erste Foto, das mit der wiedererweckten SL 66 aufgenommen wurde. Nach glücklicher Inempfangname des lang ersehnten Paketes ein paar Kilometer weiter, musste ich in aller Ruhe erst mal nachlesen, wie das Filmeinlegen funktioniert. Ich hatte bislang noch keine Erfahrung mit Filmmagazinen, Knopf hier, Rad da, das verunsichert den bislang nur Handaufrollen gewohnten Fotografierenden. Mangels Begleitung im Hotel (und der Rezeptionsdame wollte ich kein unsittliches Angebot machen) musste halt die Zimmerecke herhalten. Ich hab keine Ahnung welches Programm da im TV gelaufen ist, ich war durchströmt von Glückshormonen :D
u200_3a

Ultrarot

Oder auch Infrarot. Genau so einen Film habe ich eingelegt. Den Rollei Infrared 400. Ohne Filter und Gedöns, quasi als “normalen” schwarz-weiss Film. Vorweg gesagt ist der Film für die hybride Verarbeitung ein Traum. 5 Minuten Vorwässerung und der Filmträger kommt glasklar raus. Darüber hinaus scheint der Film extrem feinkörnige Ergebnisse zu liefern.

Ich hab leider mit der Belichtung grösstenteils mal wieder daneben gelegen, trotzdem hat mir der Rollei Infrared Appetit auf mehr gemacht. Ich werd nochmal ein wenig mit ihm spielen.

geht doch, R3

Ich kann ab und an ja mal hartnäckig sein… Der Dealer meines Vertrauens hatte mir gleich zu Beginn meiner analogen Gehversuche den R3 als seinen Lieblingsfilm ans Herz gelegt. Die Ergebnisse waren erstmal ernüchternd und ich verstieg mich zu der Aussage “R3, nicht mein Film. Zu zickig!”. Ganz nebenbei, würde ich an Verschwörungstheorie glauben, könnte ich ja fast zu der Ansicht gelangen, dass war ein clever angelegter Initiationstest… aber das ist natürlich Humbug.

Zurück – dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich durchaus eine schwäche für Zicken entwickelt habe, demnach musste der R3 also nochmal ran bevor er endgültig von der Bildfläche verschwindet.

Das Thema Film pushen war bislang noch nicht meins, aber die legendären Eigenschaften des R3 im ISO-Nirvana haben mich doch extrem neugierig gemacht. Also, wenn schon Test, dann gleich mal mit angedrehter Lichtempfindlichkeitsschraube (die R3 Kenner, werden bei ISO 1600 natürlich nur milde lächeln…) und das erstbeste Objekt abgelichtet.

Ich kann nur sagen, es hat sich gelohnt, der Film ist sensationell und meine Hartnäckigkeit hat sich mal wieder ausgezahlt. Als nächstes werd ich mal am lebenden Objekt testen, ich hab da schon ein paar Ideen…

Erkenntnisse

Das Wetter ist so lala, die beste Ehefrau von allen liegt mit schwerer Migräne ausser Gefecht im Schlafzimmer, da könnte man doch die jüngste Neuerwerbung mal in den eigenen 4 Wänden mit einem ,wenn auch etwas zappeligen, Model austesten.

Das Aufnahmeopfer wird mit dem Lieblingszeichentrickfilm einigermassen ruhig gestellt und schon geht’s los. Der Sound der Kiev 60 ist wirklich gigantisch, ich befürchte schon aus Richtung Krankenlager Protestrufe von wegen Hammerschläge o.ä. zu hören, aber nichts dergleichen. Ruck-zuck wird der U200 12 mal dem Licht ausgesetzt und sodann 6:30min im guten alten Rollei RHS (1:9) gebadet. Bis dahin hätte es eine Erfolgsstory werden können, wäre ich nicht auf die glorreiche Idee gekommen den mit dem DuKa-Equipment mitgelieferten Filmabstreifer auszutesten. Bei meinen letzten Negativen haben sich immer mal wieder Wasserflecken gezeigt und das Netzmittel hab ich bei meiner letzten Bestellung bei den Spuersinn-Leuten vergessen. Mit festen Griff wird der Film einmal von oben nach unten mit zwischen den Gummilippen durchgezogen, cool, schon fast trocken…

Die anfängliche Begeisterung über turbogetrocknete, wasserfleckenfreie Negative weicht bei näherer Betrachtung blankem Entsetzen. Begleitet von mehreren Salven nicht jugendfreier Flüche entdecke ich dank Abstreifer 1a freigelegtes Trägermaterial – leider mitten durch sämtliche Aufnahmen.

Kiev60Mit der Erkenntnis endlich Netzmittel zu bestellen und zukünftig auf Abstreifexperimente jenseits meiner Finger zu verzichten, wird der Scanner beladen um wenigsten die Aufnahmequalität der Russenlady beurteilen zu können. Nachdem ich sämtliche Männerklischees erfüllt habe, indem ich 40 Minuten versuche das Rätsel zu lösen, warum mir die Scankiste ein Filmformat 120 6×12 aufdrücken will, um dann doch zum ersten mal die Bedienungsanleitung in die Hand zu nehmen, fällt es mir wie Schuppen aus den nicht vorhandenen Haaren woran ich schon bei vorangegangenen Scanversuchen teilweise gescheitert war. Na toll.

Zumindest stimmen mich die Ergebnisse der Neuerwerbung zum Schluss versöhnlich. Ein guter Kauf, und ein paar Klicks mit dem Reparaturpinsel in Photoshop machen die Fotos, zumindest digital, vorzeigbar.

H2O

Nachdem ich an der Minolta XD 7 die Lichtdichtungen gewechselt habe, bin ich vor der Haustür mal auf die Pirsch gegangen. Zugegeben, ich habe sehr viel experimentiert und die Ausbeute war nicht gigantisch. Ich werde die Serie nochmals mit dem endlich eingetroffenen U125 machen. Dann vielleicht nicht ganz so dunkel und die Perspektiven – naja, mal sehen…