Die elementaren Dinge des Seins. Geburt und Tod, Liebe und Hass. Diese Klassiker des Lebens wurden schon 1000fach künstlerisch umgesetzt und doch werden sie niemals unmodern, denn wir werden voraussichtlich auch noch die nächsten Jahre und Jahrzehnte Lieben, Hassen, Leben und Sterben.
In gewissen Bereichen hab ich ja sowieso den Hang zum Dramatischen. Ich mag die Oper, ich liebe Bombastmetal und Film oder Literatur dürfen auch gerne eine gehörige Schippe Spannung und Sentimentalität haben. Dramatik in der Fotografie? Unbedingt, finde ich sensationell!
Neben meinem Dauerprojekt “Emoticons” (ihr erinnert Euch), das dieses Jahr mal wieder zu kurz gekommen ist und das ich unbedingt wieder fokussierter angehen muss, gehe ich seit guten 2 Jahren mit einem Thema schwanger, dass ich unbedingt fotografisch bearbeiten möchte.
Die sieben Todsünden
Na wenn das kein Drama ist…
Die Liste der Künstler, die sich bereits seit dem 16. Jahrhundert mit den Todsünden beschäftigt haben, liest sich eindrucksvoll. Hieronymus Cock, Marc Chagall oder auch Otto Dix.
Mir geht es nicht um die Vorbilder, ich mag das Thema. Ich bin ja selbst kein besonders religiöser Mensch, bin aber unglaublich fasziniert von Religion, Kirche und Theologie. Gähn, uralt und langweilig? O.k., kein Problem. Spannend, herausfordernd, schwierig? Genau, und da kommt ihr ins Spiel!
Ich habe geklagt über die fehlende Interaktion, über für mich nicht vorhandene Künstlerkommunen und die Suche nach gegenseitiger Inspiration. Starten wir hiermit einen Versuch. Wer mag macht mit. Wenn sich niemand findet ist das Schade, dann muss ich mich alleine durchschlagen.
Ich stelle mir das so vor: wir nehmen uns ein Jahr Zeit. Ein Jahr, sieben Bilder, das sollte zu schaffen sein. Erlaubt ist was gefällt. Film oder digital (wobei ich mich natürlich besonders über möglichst viele analog umgesetzte Beiträge freuen würde), mit einer Einschränkung: keine Bildmanipulation à la Montage via Photoshop. Inszenierung, üppige Requisite oder lieber Purismus und Symbolik, ganz egal, aber bitte kein gefakter Krempel. Wer mit einem Bild fertig ist stellt es auf seinen Blog, Trackback wäre gut und informiert die Teilnehmer. Wer keinen Blog hat, kann auch mir das Bild zur Verfügung stellen und ich zeige es hier. Tja, und dann wird es spannend. Dann loben, diskutieren und fachsimpeln wir über die Ergebnisse. Hat das Bild funktioniert? Warum, oder warum nicht?
Ich bin gespannt ob das überhaupt läuft!
Ach ja, die 7 Todsünden (erinnert ihr Euch an den unglaublich guten Film “Se7en”, von David Fincher?) – ein Blick in Wikipedia klärt uns auf:
Superbia: Hochmut (Eitelkeit, Stolz, Übermut)
Avaritia: Geiz (Habgier)
Luxuria: Wollust (Ausschweifung, Genusssucht)
Ira: Zorn (Rachsucht, Vergeltung, Wut)
Gula: Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht)
Invidia: Neid (Eifersucht, Missgunst)
Acedia: Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens)
(Quelle: Wikipedia)
Sind nicht alleine schon die Namen sensationell? “Superbia, Avaritia, Gula…”, hach. Mal sehen ob wir “Luxuria” bei unserem geplanten Alphütten-Stelldichein realisieren können (nur Spaß…). Also, die Reihenfolge spielt keine Rolle, wer nur eines machen möchte, macht eben nur eins, wer alle machen möchte macht eben alle. Wie gesagt, es gibt nur eine Regel, nämlich keine Fotomontage, ansonsten haut rein.
Wer mitmachen möchte, sollte netterweise einen Kommentar hinterlassen, dann basteln wir vielleicht sowas wie eine Teilnehmerliste und überlegen uns, wie wir die Flamme am Lodern halten können. Ein Jahr ist lange, und wie mit den berühmten guten Vorsätzen werden ja auch fotografische Aufgabenstellungen gerne mal aus den Augen verloren. Ich weiß wovon ich Rede. Das wars – was denkt Ihr?