Männer sind Schweine

Der fotografierende Mann soll ja dem Vernehmen nach mit Erwerb des Fotogerätes stetig danach streben, sich möglichst schnell mit Aktfotografie beschäftigen zu können.

Nun, ich kenn keine statistischen Erhebungen zu der Frage und es ist mir letztlich auch egal. Die Darstellung des nackten Körpers gehört zur Kunst wie das Amen in die Kirche. Der eine mag’s, der andere nicht, und der Anspruch an Ästhetik in der Darstellung darf so oder so nicht als allgemeinverbindlich angesehen werden. Es ist halt Geschmackssache, ob es ölbeschmierte Riesenbrüste mit Wassertröpfchen sein sollen, die Weichspülung à la Hamilton, Porn-Art oder was auch immer.

Ich sehe auch nichts Verwerfliches daran sich schon früh mit Aktfotografie zu beschäftigen. Die Formel du musst erst 5763 Landschaften, Portraits und Stilleben fotografiert haben bevor Du einen nackten Körper fotografieren darfst, geht für mich nicht auf. Letztlich gilt doch unabhängig vom Sujet, dass man zu Beginn auch hier schrecklich daneben hauen wird und ohne Übung, Beschäftigung und vor allem Begeisterung für das Thema, es wohl nichts wird. Nun ja, die Blumenvase wird vermutlich nicht wegrennen, wenn man sie zum x-ten mal miserabel fotografiert, beim Model könnte das problematischer werden. Vielleicht ist das der entscheidende Unterschied ;)

Wofür jetzt die lange Vorrede? Ach ja, ich gehöre zu dem Verein, sprich – ich mag Menschenfotografie und auch nackte Menschenfotografie. Und was soll ich sagen? Es ist gar nicht so leicht. Zur Zeit versuche ich mich an so einer Art “Anatomischen Studien”. Keine Bildgeschichten sondern der Ansatz bestimmte Körperpartien fotografisch in Szene zu setzen. Dafür habe ich mir natürlich auch ein paar Bildbeispiele angesehen und Inspiration geholt. Mal eben nachfotografieren? Denkste! Das Spiel von Licht und Schatten richtig einzusetzen, den passenden Kamerawinkel und Ausschnitt zu finden, störenden Hintergrund zu vermeiden, etc.

Wie gesagt, nicht einfach aber faszinierend. Und wer Lust darauf hat sollte es einfach ausprobieren und sich von keinen Sprüchen à la “noch so ein Lustmolch” ins Bockshorn jagen lassen.