Porentiefe Reinheit

Ich tobe mich ja mittlerweile schon eine ganze Weile beim Filmentwickeln und Printen aus. Anfangs noch nachlässiger, primär getrieben vom Gedanken den Prozess überhaupt zum Gelingen zu bringen. Heute eine ganze Ecke sorgfältiger, aber mir will noch immer nicht der Print gelingen, der wirklich gänzlich ohne Fussel auskommt. Und irgendein Fleck ist immer auf dem Negativ. Wenn auch nicht mit blossem Auge zu erkennen, auf dem Abzug zeigt er mit Sicherheit sein hässliches Gesicht.

Wie also zum Geier bekommt ihre Eure makellosen Negative und Abzüge hin? Ich will das auch können…

Filmschrott

Es gibt Dinge, die sollte man tunlichst unterlassen. Zumindest wenn man ein einigermassen ausgeprägtes Interesse am häuslichen Frieden hat. Vermeidenswert ist demnach, auf familiäre Feiertagsveranstaltungen, ausschließlich mit Filmkameras bewaffnet zu gehen. Die sich nach 2 geschrotteten Filmen (wobei ich bei einem unschuldig bin, wirklich…) zwangsläufig abzeichnende Diskussion nach dem Spruch: “hättest Du digital fotografiert, wäre das nicht passiert” kann den vorgenannten Familienfrieden empfindlich für 1-2 Tage stören.

In der Tat habe ich gerade Ärger mit meinen nicht vorhandenen Entwicklungsergebnissen. Nicht vorhanden, weil ich aus welchen Gründen auch immer keine 35mm Filme mehr gescheit auf die Spule bringe. Nach dem halben Film oder ein wenig mehr verhakt sich die ganze Kiste irgendwie und nichts geht mehr. Zig mal im Wechselsack Spule aufmachen, von vorne anfangen, hat auch nichts gebracht, es bleibt beim gleichen Problem. Irgendwann sind die Hände dann so schwitzig, dass der ganze Film zusammen klebt und voilà – Negativschrott.

Wenn Kleinbild schon nicht funktioniert hab ich mich heute mal testweise an einen neuen MF-Film gewagt, den Efke 100. Bei der Gelegenheit hatte ich auch ein Aha-Erlebnis, was die Nutzung von Gelbfiltern bei Himmelsaufnahmen angeht. Ich gebe ja zu, bei manchen Dingen kratze ich immer noch an den Basics rum ;)

IchEin abschließendes Urteil über den Efke kann ich noch nicht abgeben, der Film ist interessant und lohnt noch ein paar Experimente, aber kann es sein, dass er der totale Staubmagnet ist? Man sehe sich das Konterfei dieses hübschen Kerls an und vergesse mal den Schattenwurf von Brillengestell etc. Übersät von Staubpartikeln, da wird das weg retuschieren zur Tagesarbeit.

Frustwochen bei Illuminate

Die Experten sind gefragt. Voller Tatendrang habe ich die beim letzten Beitrag noch gelobte Olympus OM mit dem Kodak Tri X gefüttert. Und hier ein Auszug der Ergebnisse. Sämtliche Bilder (und natürlich waren diesmal ein paar Klasse Aufnahmen dabei) sind streifig bis zum Abwinken. Sieht wie Lichteinfall aus, aber die Lichtdichtungen der Olympus sind frisch gewechselt und beim vorher eingelegten FP4 gabs ja auch keine Probleme. Irgendjemand eine Idee?
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Schwarze Medizin

Oder auch Abenteuer Dunkelkammer Teil 2. Nachdem der erste Part ja schon ganz anständig über die Bühne ging, hat es mich gestern wieder in den Fingern gejuckt, also nichts wie hinein ins Schwarz der künstlichen Nacht. Von Routine zu sprechen wäre sicherlich zu früh, jedoch konnte ich diesmal das Abenteuer Vergrössern um einiges ruhiger angehen. Alles war bereits an seinem Platz und in die frisch gespülten Schalen musste lediglich die Chemiesuppe von letzem Mal eingegossen werden. Positiv: der Entwickler lässt sich anscheinend mehrfach verwenden. Vorab hatte ich bereits ein paar Negative ausgesucht, die ich gerne als grossen Abzug haben wollte. Also, Licht aus und frisch ans Werk…

Nun, ich bin nach wie vor begeistert. Der Negativscan auf dem Bildschirm ist kein Vergleich mit einem Positiv in den Händen. Aber: der nette Nebeneffekt digital gerade mal ein paar Fussel, Stäubchen oder Kratzer der Russenzicke wegstempeln zu können fehlt. Also finden sich teilweise ein paar weiße Punkte auf meinem Abzug. Weniger schön. Auch hab ich sehr schnell die Richtigkeit von Meister Trents Aussage nach einem Testbelichtungsstreifen verstanden. Weder zu flau noch zu dunkel ist wünschenswert und auf 2 Sekunden Belichtungszeit kann man sich halt nicht grundsätzlich verlassen. Gedanklich notiert.

Ganz nebenbei bemerkt hat die Dunkelkammerarbeit anscheinend eine beruhigende Wirkung auf mich. Nach einem ziemlich heftigen Bürotag bin ich gestresst und mit hohem Adrenalinspiegel hinein gegangen, um ganz entspannt und abgeschaltet nach einer Stunde wieder hinaus zu kommen.

Fotografie als therapeutischer Ansatz, das hat Zukunft…

Mit den Worten von Adenauer

Mit den Worten von Adenauer “was interessiert mich mein Geschwätz von gestern” wandelt sich gerade mein bisheriges User-Selbstverständnis von einem “die-Handgriffe-lernen-und-anwenden” zu einem “die-Handgriffe-lernen,-anwenden-und-versuchen-zu-begreifen-was-dahinter-steckt”-Dasein. Was ist passiert?

Bekanntermassen infiziert mit dem Virus Film-Fotografie und den ersten selbst entwickelten Exemplaren, stöbert man durchs Netz, will verstehen welche Bedeutung Kipprhythmus und Temperatur bei der Entwicklung haben, liest hier und da und wundert sich, welch bunter Reigen aus den Naturwissentschaften Mathmatik, Physik und Chemie ihren Einfluss auf das Foto/Negativ haben. Unter anderem bin ich über die Seite von Dr. Otto Beyer mit diesem Beitrag gestolpert. Ich muss es wahrscheinlich noch 4x lesen, bis ich es annähernd verstanden habe, aber die ersten Lampen des Kronleuchters fangen bereits an zu glühen ;-)