Klappe auf

Dachte ich bislang ich wäre bereits entwöhnt und bei den analogen Knipskisten könnte mich nichts mehr erschüttern, so wurde ich wieder mal eines Besseren belehrt. Die Kodak Retina führte bislang noch ein Schattendasein in meinem Schatzkämmerchen und wurde letzthin zwecks finaler Reinigung und Probelauf ans Licht geholt.

Kodak Retina Bei meinem Modell handelt es sich um die Kodak Retina Modell I (Typ 013), gebaut von 1949 -1950 in einer Auflage von rund 130.000 Stück.Gefüttert mit dem Feinsten, was das 35mm Filmlager zu bieten hat konnte es los gehen. Film einlegen – kein Problem. Kurze Messung mit dem Handbeli, Blende und Zeit entsprechen einstellen, scharf stellen – Moment mal, ist nicht mit scharf stellen, das muss man ja schätzen. Himmel, sind das nun 2 oder 3 Meter, egal, über den Daumen ungerade und Schuss.

Schuss sagte ich, was ist denn nun schon wieder? Wieso blockiert der verdammiche Auslöser? Ich hab doch aufgezogen… Gute 5 Minuten später habe ich verstanden, dass der reine Filmtransport noch nichts mit der Auslösebereitschaft zu tun hat, und man selbigen mit einem kleinen Hebel seitlich vorspannen muss.

Nachdem auch diese Hürde genommen ist überrascht die Retina auf ganzer Linie. Die mit ihr fabrizierte Kurzdoku meiner häuslichen Umgebung kann in Sachen Abbildungsqualität überzeugen. Wow, das nochmals ursprünglichere Fotografieren macht Spass und wenn man sich mal daran gewöhnt hat, fällt die Schätzung bestimmter Parameter gar nicht mehr so schwer. Jetzt hab ich Lust auf mehr…

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