I have a dream

Es ist schon viel geschrieben worden, über die Vorzüge und Nachteile des Internet als allgegenwärtige Informations- und Präsentationsquelle, über Blogs- und Communityseiten, die dank Kommentarmöglichkeit eine Ratgeberfunktion vorgaukeln. Ich erkenne den Vorteil und nutze ihn, aber wenn wir bei “Wünsch-Dir-Was” wären…

Zu Zeiten in denen Kunst noch als solides Handwerk gelehrt wurde, war vollkommen klar, der Schüler lernt vom Meister, perfektioniert sein Handwerk und entwickelt irgendwann seinen eigenen Stil. Später tritt er in die Fußstapfen des Meisters, unterrichtet seine Schüler oder Lehrlinge und der Kreislauf beginnt von vorne. Heute, da wir uns mehrheitlich als Hobbykünstler verdingen gibt es diese logische Beziehung kaum noch. Klar, wir können viel Geld in sogenannte Coaches investieren, Kurse und Workshops besuchen und dem zu Beginn erwähnten, digitalen Austausch fröhnen. Mir ist schon klar, dass es sich damals nicht um reine Nächstenliebe gehandelt hat, sondern Lernende als billige Arbeitskräfte hergehalten haben und der Vergleich deshalb hinkt.

Trotzdem, wenn auch Idealismus nicht angesagt ist und in einer durchmaterialisierten Welt kaum jemand Lust hat seine kostbare Zeit zu opfern und Wissen weiter zu geben. Es wäre doch schön, wenn Meister ihres Faches wieder Gruppen von Schülern um sich scharen würden, Mentoren sich Zöglinge aussuchten, um ein Teil ihres Wissens und Könnens im Kohlestoffleben weiter zu geben. Gegenleistung möglich. Kreativgruppen, wo Lernende sich gegenseitig anstacheln und inspirieren und man ausnahmsweise nicht die allgegenwärtige Frage hört: und was hab ich davon?

I have a dream…