Effizienz

Es ist immer wieder erstaunlich wie intensiv sich Leute mit der Effizienzfrage von Dingen beschäftigen können und einen nahezu missionarischen Eifer an den Tag legen, die Menschheit von ihrer Sichtweise zu überzeugen (was by the way ausgesprochen ineffizient ist, weil per Definition zum Scheitern verurteilt).

Iphone vs. Android, Ipad vs. Netbook, Leica M9 vs. DSLR o.ä., die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Da werden sklavisch Features miteinander verglichen, in Relation zum Preis gesetzt, in epischer Breite gestritten und sich gerechtfertigt. Mag sein, dass das Diskussionkultur ist und das Miteinander ausmacht. Aus meiner Sichtweise wird aber ein Fakt immer wieder gerne vernachlässigt:

Man kann sich doch einfach an Dingen erfreuen. Weil sie hübsch sind und den zugedachten Zweck aureichend erfüllen. Das mag dann auch mal Luxus sein, aber mir mag nicht in den Kopf warum Luxus ein Grund zur Rechtfertigung sein muss und immer gleich den Stallgeruch des Üblen mitbekommt. Der Hunger in Afrika ist eine Killerphrase, mit der ich alles erschlagen kann.

Ich habe gerade ein recht teures Schreibgerät geschenkt bekommen, das vermutlich keinerlei Effizienzkriterien genügt, an dem ich mich aber jeden Tag freue, wenn ich es nur in die Hand nehme oder auch nur betrachte. Weil es ein hübsch verarbeitetes Kleinod ist, das sich gut anfühlt und edel aussieht. Es ist ein kleines Mosaiksteinchen meines täglichen Wohlgefühls und für mich damit effizient genug.

Besinnung auf Luxus

Wenn ich versuche dem Obligatorium des Besinnlichen zum Jahreswechsel gerecht zu werden, dann sind es keine milden Formulierungen, an die ich zuerst denke. Das Jahr war hart. Verdammt hart. 10-15 Stunden tägliche Arbeit eher Norm als Ausnahme und keine Besserung in Sicht. Für Besinnlichkeiten ist da wenig Platz. Viel mehr stellt man sich der Frage nach Sinn und Unsinn des arbeitstäglichen Tretmühlendaseins. Was möchte man wirklich erreichen, mit welchem Aufwand und zu welchem Preis? Wieviel positive Energie steckt in monetärem Luxus gegenüber einer grösseren Selbstbestimmung freier Zeit- und Inhaltsgestaltung? Wieviel Arbeit, Familie, Freizeit möchte man haben?

Elementare Fragen des Lebens!

Was ich sofort beantworten kann: ich hätte gerne mehr Zeit zum Fotografieren!