Man hat ja schließlich einen Workshop besucht, fulminante Abwedel- und Nachbelichtungswerkzeuge gebaut, da steht dem Erfolg in der heimischen Dunkelkammer ja Nichts im Wege. Denkste.
Später Nachmittag, illuminate allein zu Hause – Redlight District ich komme. Gut, ich muß in den ungeheizten Keller, aber Klamotten hab ich genug und Plattenwärmer für die Entwicklungsschalen sind auch am Start. Die Negative hab ich schon am Abend vorher gesichtet, ich weiß also was ich vergrössern möchte, und los geht’s.
Negativbühne reinigen und Negative abwischen, so hab ich das gelernt, den antistatischen Pinsel hab ich noch nicht, aber es wird auch so gehen. Teststreifen belichtet, ab in die Entwicklersuppe… hmmm, das dauert aber ziemlich lange. Der Entwickler war jetzt wohl doch etwas zu lange gelagert. Ein schlappes Jahr vielleicht? Aber nicht verzagen, der ist ja schnell neu gemischt. Das Fixbad musste auch neu gerührt werden, denn dummerweise war die Entwicklungswanne irgendwie staubig und beim Eingiessen sind dann nette Flöckchen drin rumgeschwommen. Also nochmal von vorne…
Hölla die Waldfee, der wird jetzt aber knackig schwarz, der Teststreifen. War wohl etwas zuviel des Guten. Ah, Belichtungsobjektiv auf 5.6, das machen wir dann doch mal ein wenig dicht…
Zig Versuche, einige Teststreifen und Papiersorten später hab ich mit Müh und Not 2 halbwegs passable Abzüge zu Papier gebracht. Was ich dabei gelernt habe:
- ich war bislang ein Dreckspatz mit meinen Negativen (Staub, Kratzer, Fingerabdrücke), das rächt sich beim Vergrössern ungemein.
- Entwicklungsfehler die sich in gelben Streifen äussern (meine Tigerentennegative, man erinnere sich) kann man in Photoshop lässig rausfiltern, im Labor ist das nicht so easy
- Papierabzüge sehen einfach geil aus
- ich muss weiter üben und mehr Sorgfalt walten lassen
- ich muss neues Papier bestellen


