Ganz einfach. Nichts und alles.
Das Vorbild gehört zum Lernprozess dazu. Sei es der Maler, der alte Meister kopiert, vom Lehrer gefördert und gefordert, um Techniken zu probieren und zu verstehen. Die junge, ambitionierte Band, die sich eigentlich nur gegründet hat, um einen Sound wie Metallica oder die Beatles zu fabrizieren und natürlich mit Cover-Songs im Programm startet. Und schliesslich der Fotograf, der gesehen hat wie Newton Nacktheit kühl in Szene setzt oder Adams mit Landschaftgigantismus beeindruckt.
Als Kinder dienen uns Eltern und Geschwister, später vielleicht Freunde und Bekannte als Vorbilder. Unabdingbarer Bestandteil der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit. Was im Leben Recht ist, ist in der Kunst billig. Der entscheidende Faktor ist es den Absprung ins Ich zu finden. Den eigenen Weg, der sich vielleicht noch an Vorbildern orientieren kann, Einflüsse nicht verleugnet aber eben kein Plagiat ist.
So einfach und doch so schwierig. Vorbilder sind alles, denn ohne sie gibt es kein Lernen. Kopieren und verbessern – so funktioniert das seit Jahrtausenden. Vorbilder sind nichts, denn wenn ich mich nicht vom Kopieren lösen kann, keine eigene Kreativität und Ideen entwickle, bleibe ich eine belanglose Nummer unter Millionen-Flickr-Accounts.


