F3 in Farbe

Vorweg, die Nikon war ein prima Kauf. Sie liegt mir im Handling, die Resteverwertung der Lichtdichtungen war ein Erfolg und das f1.8/105mm ist eine Wucht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich von der Zeiss Ikon etwas verwöhnt bin. 1/15stel aus der Hand geht da wesentlich problemloser von der Hand.

Egal, mir war nach Farbe. Hier im Retro Look.

Übrigens hab ich noch einen Tri-X in der Warteschleife, mit dem ich den beigelegten Cokin-Filter ein wenig angetestet habe. Bin sehr auf das Ergebnis gespannt…

Ich bin schwach geworden

Eigentlich wollt ich ja nicht mehr weiter in Kleinbild investieren. Meinen Messuchertraum hab ich mir zwischenzeitlich erfüllt und mit der Zeiss Ikon lassen sich doch fast alle Kleinbildeinsätze absolvieren. Für die wenigen Ausnahmen bietet der Fundus noch einige Teilnehmer der berühmten Olympus OM Familie, eine Nikon F80 (meine erste selbstgekaufte SLR) tut auch noch ihren Dienst, kein Notstand also.

Sicher, es gab im KB-Bereich immer schon SLRs, die mich noch gereizt haben. Die Contax Familie z.B., mit der RTS III und der unglaublichen AX und eben auch Nikon mit seiner F3, der Kamera, die ihre Nachfolgerin überlebte und als Inbegriff des unverwüstlichen Arbeitsgerätes gilt.

Da screene ich also so nebenbei meine üblichen Kamerabörsenseiten und mein Blick fällt auf ein bebildertes Angebot einer Nikon F3 HP, zusammen mit einem 4-köpfigen Linsenpark, Lichtschachtsucher, Blitz, reichlich bebildert (und auf den Bildern sieht das Equipment nahezu ungenutzt aus) und das ganze halbwegs bei mir um die Ecke zu einem sehr attraktiven Preis. Kontakt aufnehmen, hinfahren, denken die Kamera hat ne Macke, weil man zu doof war die Batterie richtig einzulegen, Recherchieren, nochmals Hinfahren, Abholen, glücklich sein.

Bis auf die Tatsache, dass die Lichtdichtungen den üblichen altersbedingten Zustand aufweisen, sieht das Teil aus wie nie benutzt. Sämtliche Features funktionieren noch tadellos, selbst die Displaybeleuchtung, der bekannteste und sicherste Ausfall bei gebrauchten F3s verrichtet noch anstandslos seinen Dienst. Yay! Der Verkäufer hat mir sogar noch einen Cokin Filterhalter samt SW-Filtersatz mit eingepackt. Herz was willst Du mehr…

Linien, Wellen, Formen

Ach ja, das hier wollte ich noch zeigen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass hier auch noch Mörderkalkflecken zu sehen sind, körnig für dieses Motiv aus meiner Sichtweise total ungeeignet ist, Belichtung so lala und die Aufteilung auch nicht optimal gelungen ist (also eigentlich alles Murks): ganz prinzipiell entwickle ich gerade eine gewisse Begeisterung für den fotografischen Purismus, der sich primär auf Linien, Formen, oder Struktur konzentriert und die vielbeschworene Geschichte ignoriert. Ich bilde mir auch ein, zumindest ist das bei mir so, dass man erst einen Blick dafür entwickeln muss, und der scheint sich bei mir langsam zu melden.

An die Stelle muss ich unbedingt nochmals zurück und ähnliche Dinge mit einem niedrigempfindlichen Film oder ordentlichem Pull probieren.

Filmladegerät

Habe mir jetzt so ein Filmladeteilchen geholt. Damit lassen sich Kunststoff- oder Metall-Kleinbildpatronen individuell bestücken und Film lässt sich als Meterware einkaufen.

Endlich müssen es nicht mehr zwanghaft immer 36 Bilder sein, das hat bei einigen Experimenten doch sehr genervt…

Once upon a time

Oder auch mit den Augen eines Kindes – nämlich mir, vor mehr als 30 Jahren. Damals hab ich mir noch keine Gedanken über Bildaufbau-, -wirkung, oder irgendwelche Regeln gemacht. Fotografieren war Dokumentation, das Besondere festhalten. Und für mich war es etwas Besonderes, als über unser Haus ein Heissluftballon im Tiefflug war und direkt hinter unserem Garten gelandet ist. Ich habe meine Kamera geschnappt, irgendeine Agfa-Automatik-was-weiss-ich-denn Kamera und bin hingerannt.

Als Film hat man damals glaube ich Kodak-Gold verwendet, oder eben was im Drogeriemarkt gerade am Billigsten war. Das rare Taschengeld musste zielgerichtet eingesetzt werden…

Wie auch immer, genau die Negative sind mir gerade in die Hände gefallen, so schlecht aufbewahrt wie es nur geht, in irgendeine Kiste geschmissen, ohne Hülle o.ä., aber ich hab sie mal auf den Scanner gelegt und bin positiv überrascht, was aus den Negativen noch rauszuholen ist.

Ich freue mich über den Rückblick, der die Erinnerung wieder weckt und bin erstaunt über meinen Blickwinkel als Kind…

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