Gedreht und nicht getaucht

Da ich über kurz oder lang auch etwas grössere Abzüge machen möchte, 40×50 sollten schon drin sein, und ich die entsprechend notwendigen Wannen nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung habe, konnte ich mir entweder genau diese Wannen kaufen, oder ein recht günstiges Angebot einer Jobo CPA II, samt Drums annehmen.

Ich habe mich für zweitere Variante entschieden. Erstens ist ein Backup für die CPE nicht verkehrt, zweitens ist das Maschinchen jetzt mit Pumpe ausgestattet, d.h. die Temperaturkonstanz bei C41 und E6 Prozessen dürfte noch einfacher sicherzustellen sein, drittens ist der Chemieverbrauch doch erheblich geringer und man kann relativ einfach mal auf die Schnelle 1-2 Abzüge machen, ohne grosse Aufbauarie.

Für Puristen und das High-End-Fine-Art-Gedöns ist das vermutlich Teufelszeug. Ich werde über die ersten Ergebnisse berichten.

Gerührt und nicht geschüttelt

Da ich zur Vereinfachung neige, und mir die Jobo CPE im Regelfall den Entwicklungprozess auch bei SW so wunderbar abnimmt, komme ich ausser bei Standentwicklungen so gut wie nicht mehr in die Verlegenheit, per Hand die Entwicklungsdose kippen zu müssen.

Nachdem ich gestern allerdings nur einen 120er U200 belichtet hatte und keine Lust verpürte einen Maschinenpark aufzubauen, bin ich wieder mal zu den Ursprüngen zurückgekehrt. Wie ich feststellen durfte meinte meine verwendete Jobo-Dose ganz fürchterlich durch den Deckel lecken zu müssen, also hab ich kurzerhand mal die Kippentwicklung in Frage gestellt: Es geht ja um Bewegung, also sollte ein Rühren bzw. Schwenken den gleichen Effekt haben, oder? Gesagt, getan.

Den U200 entwickle ich 14 Minuten in XTOL 1+2, also wurde jede Minute die Dose in Rotweinglasmanier für 10 Sekunden geschwenkt – die Ergebnisse sind tadellos und der suppende Dosendeckel mir somit egal. Wieder was gelernt…

Round and round

Ich nehme meine Filme zukünftig ja gerührt und nicht geschüttelt – oder noch genauer rotiert und nicht gekippt. Wenn auch die Datenblattonanisten meinen, bei der SW-Entwicklung und Rotation leide die Kantenschärfe. Ich kann das mit bloßem Auge nicht feststellen, mir ist es auch egal und ich erfreue mich an meiner Film-Drehbank.

Ich habe mir eine CPE 2 von Jobo gegönnt, nachdem ich keine Lust mehr habe eine halbe Stunde mein Handgelenk zu stressen, weil ich einen R3 auf ISO größer/gleich 3200 entwickeln möchte. Meine großspurigen Ankündigungen, die CPE gleich mal mit dem C41 Prozess zu testen, habe ich aber gleich wieder über den Haufen geworfen. Dafür war ich viel zu neugierig und dann gleich mit der Königsdisziplin anfangen – nee…

Ich präsentiere also den ersten selbstgedrehten R3 und verkünde hiermit meiner Begeisterung für das Maschinchen. Klasse Kiste – und die kann auch Papier – es gilt also noch einiges zu testen… Ansage