Es gibt so Tage

Da ist man eigentlich recht zufrieden mit seinen fotografischen Aktivitäten. Grobe Belichtungsfehler gehören nunmehr eher zur Seltenheit, kompositorische Kapitalschnitzer wie Zweige, Masten o.ä., die aus einem porträtierten Kopf wachsen, lassen sich vermeiden und auch die Filmentwicklung stellt im Regelfall keine grössere Hürde mehr dar. Die rechte Gehirnhälfte funkt genügend kreative Impulse und an Bildideen herrscht kein Mangel. Auch bei unmöglichen Temperaturen und Lichtverhältnissen gibt es genügend Möglichkeiten sich mit dem schönsten Hobby der Welt zu beschäftigen, wer nicht fotografiert, holt sich Input aus der langen Regalreihe hervorrgender Fotografiebildbände, taucht in die Geheimnisse des Edeldrucks ein, oder, oder, oder…

Ich besinne mich gestern abend also auf das gute alte Internet und seine diversen Videoplattformen. Gefüttert wird mit Suchbegriffen – natürlich zum Thema Fotografie – und ruck-zuck sind zwei Stunden vorbei. Neue Namen, Neugierde geweckt, kurze Recherche, Portfolioseiten, tja und dann sieht man mal wieder wie viel man noch lernen muss. Der Aha-Moment wo Dir Deine bisherigen Machwerke klein vorkommen, weil du perfekte Bilder und perfektes Handwerk siehst. Na nutzt es auch nichts sich damit zu beruhigen, dass Zone IV überbewertet wird, denn der Mensch, dessen Bilder Dich gerade plätten, zaubert die mal ebenso hervor. Von tiefschwarz bis strahlen weiß, alles da in geradezu unwirklicher Harmonie und Ausgewogenheit.

Es gibt so Tage, da wirst Du also wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Dein unerschütterliches Selbstbewußtsein bekommt einen dezenten Tritt in den Allerwertesten, der Dich weder straucheln noch in den Abgrund der Selbstzermarterung fallen lässt, sondern erneuter Ansporn ist noch mehr zu lernen, noch mehr zu verstehen, noch besser zu werden…

Zumindest bei mir funktioniert das so!