Geschmackssache

Selbstverständlich habe ich nicht die alleinseligmachende Weisheit gepachtet. In Sachen Fotografie schon gar nicht. Ich berichte lediglich über Dinge, die ich wahrnehme und werte sie nach meinem Gusto. Individueller Geschmack eben.

Mal abgesehen davon, dass nach meiner Definition hier der Sinn und Zweck eines Blogs liegt, ist individueller Geschmack ein gutes Stichwort. Das vielgehörte Credo lautet ja unterm Strich, alles was die Masse macht ist pfui, Individualismus ist hui. Sprich Pixelschubsen ist schlecht, Emulsionslift ist super (bitte, das ist NUR ein Platzhalter. Nichts gegen Emulsionslift). Und warum ist das so? Weil wir alle permanent nach Bestätigung streben und letztlich im Wettbewerb um die Publikumsgunst stehen. Deshalb veröffentlichen wir ja unsere Bilder. Sich abzuheben durch Dinge, die vielleicht nicht ganz alltäglich sind ist nunmal einfacher und Achtung, jetzt kommt das böse Wort, elitärer als auf ein Preset des RAW-Konverters meines Vertrauens zurück zu greifen. Dafür lässt sich sicherer Applaus mit zig-fach erprobten Techniken ernten. Das letzthin thematisierte Offenblenden-Sperrfeuer sei beispielhaft genannt. Deshalb kann beim Emulsionslift trotzdem eine grosser Misthaufen rauskommen und das presetveredelte oder eben f1.4 Foto große Klasse sein.

Spannend ist doch die Frage, ob jeder der sich in der Knipserei probiert überhaupt weiß, was sein Geschmack ist.

So oder so, schön ist im Gespräch über Fotografie zu sein und eben auch kontrovers darüber diskutieren zu können.