Über eine meiner letzten Neuerwerbungen hatte ich ja bereits berichtet. Nach einem kleineren Hürdenlauf in Sachen passende Batterie, stand nunmehr einem Feldversuch mit der fernöstlichen Kompaktkamera nichts mehr im Wege.
Mir war ja ein Satz zur Yashica 35 electro nachhaltig im Gedächtnis geblieben. “Poor man’s Leica” – vorweg gesagt – wenn die Leica genauso bescheiden fokussiert wie die Yashica, dann will ich nie eine haben.
In der Tat ist die Fokussierung meiner Meinung nach das grösste Manko des guten Stücks. Mittig im Yashica Sucher befindet sich eine klitzekleine orangefarbene Raute über die man mittels Parallaxenkorrektur (d.h. “Geisterbild deckungsgleich mit Motiv bringen”) fokussieren kann. Klingt schön, erweist sich in der Praxis aber regelmässig als fummeliger Blindflug und insbesondere bei dunklen Motiven als sportliche Herausforderung. Ohne Übung geht da gar nichts. Auch verwechselt man gerne mal den Fokussierring mit der Blendeneinstellung – wie gesagt, Übung. Entsprechend grausig haben sich die ersten Bildergebnisse gezeigt…
Zum Glück hab ich zwei Rollen Film belichtet und begleitet von einigen nicht jugendfreien Flüchen hat Rolle 2 mich dann wieder mit der fernöstlichen Welt versöhnt. Sie ist eine prima Lady, die kleine Japanerin (die gar nicht so klein ist) und ich erahne, dass die ihr zugeschriebenen Abbildungseigenschaften bei low-light wirklich gut sein müssen. Ich werde mir für sie eine Rolle R3 aufheben, von dem ich mir gerade nochmal ein kleineres Los gegönnt habe…


