Li-La-Launeland

Ein neues Kapitel der immer mal wieder aufflammenden Diskussion um Fotocommunities, -gruppen, oder -foren wurde diese Woche aufgeschlagen. Hinter dem wohlklingenden und Spaß versprechenden Namen LuxundLaune.com versteckt sich eine nicht öffentliche Community zur Bildpräsentation und -besprechung, die vollberechtigten Zugang nur nach Bewerbung und Aufnahmeprüfung genehmigt. Nach eigenem Bekunden stehen der gegenseitige Austausch und der Faktor Lernen an erster Stelle und man möchte, wenn auch nicht unbedingt Profis, doch zumindest gerne Könner oder Begabte am Start haben.

Julia F. hat diese Woche ein für den Außenstehenden recht amusantes Possenspiel des Bewerbungsprozesses via Twitter öffentlich gemacht, der in Ihrem Fall schließlich mit einem Rückzug geendet hat.

Ohne den Vorgang werten zu wollen, wirft er für mich doch die Frage auf: kann sowas überhaupt sinnvoll funktionieren? Die Absicht ist ehrenvoll. Eine Horde Gleichgesinnter, die repektvoll und sachlich den gemeinsamen Weg zum besseren Bild sucht. Prima! Prima? Machen wir uns doch nichts vor. Die meissten von uns kennen das aus ihrem eigenen Arbeitsumfeld. Ab einer bestimmten Gruppengrösse nimmt die Wahrscheinlichkeit der Homogenität ab, es kommt zwangsläufig zu gewissen Polbildungen und dementsprechenden Auseinandersetzungen. Gruppendynamische Prozesse nennt man das wohl. Platt gesagt könnte man auch formulieren: irgendein Arschloch ist immer dabei.

Ich habe meine Zweifel an der formulierten Bereicherungerungsfunktion dieser Gruppen. Hinzu kommt dann noch das heikle Thema: Umgang mit Kritik und passende Kritikformulierung. Man kennt das aus eigener Erfahrung. Ich kann mir noch so sehr vornehmen Kritik ausschließlich sachlich zu sehen und professionell mit ihr umzugehen. Irgendwann trifft es dich doch emotional. In meinem Fall am ehesten, wenn ich mir in einem Sujet noch nicht besonders sicher bin, mit einem gewissen Stolz die ersten Gehversuche präsentiere und dann der erhoffte Beifall ausbleibt bzw. meine rosarote “ich kann jetzt auch xy”- Sicht auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Bitter. Sehr bitter.

Ich will den Gruppen, Foren und was auch immer ihre Berechtigung nicht absprechen. Jeder wie er mag. Ich persönlich glaube daran, der beste Weg zu lernen ist sich einen Mentor zu suchen oder eine Gruppe von Leuten denen ich vertraue und deren Arbeit ich schätze. Wenn man hier gezielt Feedback abtankt wird aus meiner Erfahrung am ehesten ein ehrliches Feedback zu erwarten sein. Die Sprache zwischen Sender und Empfänger passt im Regelfall, und schlechte Tagesformen können auch einfach und unkompliziert mal verziehen werden.