Er und Sie und die Kritik

Ich finde eine Diskussion über die angeblich unterschiedlichen fotografischen Fähigkeiten von Männlein und Weiblein so überflüssig, dass mir nicht im Traum einfällt mich an ihr zu beteiligen. Nur so viel: die grundsätzlichen anatomischen Unterschiede zwischen ihr und ihm sollten die meissten von uns mittlerweile entdeckt haben und irgendeinem Geschlecht ein per se höheres oder niedrigeres Talent für eine kreative Tätigkeit zuzusprechen ist unsinnig, gestrig und fern jeglicher Realität. Ja, ich glaube auch, dass es Bereiche gibt, an die Männer vielleicht eher herangeführt werden als Frauen, trotzdem weiss auch der einfacher strukturierte Gechlechtsgenosse, dank Konsum von DSF und Männer-TV, dass es ganz hervorragende Automechaniker- , Rennfahrerinnen und eben auch Fotografinnen gibt.

Aber ich schweife ab. Was mich mal wieder viel mehr fasziniert ist die Umgehensweise mit Kritik. Und da geben sich Männlein und Weiblein gleichfalls wenig. Wir erinnern uns an Zensurorgien meines Lieblingsblogs und jetzt halt die Mimosen-Nummer bei der Linksammlung zu weiblichen Fotoblogs.

Es wäre bestimmt äußerst aufschlussreich und spannend, die ganzen Kommentar- und Mailhelden in einer Diskussion von angesicht zu angesicht zu erleben. Schreierei? Schmollmund? Tränen? Rumgekeife oder Schwanz einziehen? Wer weiss. Ich selbst finde Kritik ja grundsätzlich spannend. Wenn’s sein muß nehm ich sogar Lob. Ich schaue mir aber immer den Kommentierenden an und treffe meine eigene Einschätzung wie ernst ich ihn nehmen kann oder halt auch nicht. Niedlich finde ich ja die ach so interessierten Technikfanatiker, die bei Könnern des Fachs altkluge Bemerkungen über die Bildaufteilung machen. Oder auch immer gerne genommen der ausgewiesene Bildungsbürger, der sich rasant auf Nebenkriegsschauplätze begibt um zu beweisen, dass er ein immenses Fachwissen hat, dass mit dem eigentlichen Thema natürlich gar nichts zu tun hat. Frei nach dem Motto – wenn Du schon nicht überzeugen kannst dann verwirre!

Eigentlich ist doch alles ganz einfach: gesunder Menschenverstand und Authentizität. Sag was Du fühlst. Mit einfachen Worten. Geradeaus. That’s all.