Risiken und Nebenwirkungen

Ich weiß ja nicht ob diese ganze Fotografiegeschichte so gesund ist. Ich rede jetzt nicht von den Gefahren der Chemie in der analogen Fotografie, nein, mir geht es um Risikofaktoren ganz anderer Art.

Ich erwische mich dabei, neue Leute kennen zu lernen und wenn auch nicht der erste, ist einer meiner frühen Gedanken der, ob und wie ich die- oder denjenigen gerne fotografieren möchte oder eben nicht.

Ich sitze daheim und beobachte wie das Licht durchs Fenster fällt, um gegebenenfalls ein Objekt oder eine Person auf Film zu bannen. Ich werde zur Hausarbeit abstaubender Art verdonnert und drehe Objekt XY minutenlang in der Hand, um darüber nachzudenken, wie ein entsprechendes Stilleben ausgestaltet werden könnte. Die abendliche Fernsehunterhaltung findet schon sehr, sehr lange wenn überhaupt in homöopatischen Dosen statt, weil das Screenen von Portfolios oder eben Blättern von Bildbänden wesentlich spannender ist. Ich beobachte die Entwicklung der Rohstoffpreise, nicht wegen einer persönlichen Anlagestrategie für nicht vorhandenes Kapital, sondern um darüber zu fluchen, dass der nächste Toner oder das nächste Altprocess-Platin Kit wieder mal teurer wird, ganz zu schweigen vom geliebten Silberfilm. Ich lege mich ins Bett und meine Gedanken kreisen um Motivideen, die ich schon länger habe und über deren potentielle Umsetzung ich grüble. Ich freue mich auf Wochenenden, weil ich dann Zeit habe, mich für Stunden in einen dunklen und stinkigen Raum einzusperren, und mit Papier und Chemie zu hantieren.

Wahnsinn? Besessenheit? Gibt es ein Mittel dagegen?

Gut, noch fangen meine Hände nicht an zu zittern, wenn ich länger als eine Woche keine Kamera in der Hand hatte, mir schlottern eher die Knie beim Gedanken was ich schon alles an Finanzmitteln in das Thema Fotografie investiert habe und noch gerne ergänzen würde. Und ja, ich bin durchaus noch zu Kommunikation fähig, die sich nicht rund um die Fotografie dreht. Aber ob das alles noch so gesund ist?

Status quo

Ich beschäftige mich nun schon seit mehreren Tagen mit dem Vandyke Verfahren und es nimmt mich gefangen. Einmal mehr bekomme ich unglaubliche Möglichkeiten aufgezeigt und erkenne gleichzeitig meine Grenzen. Die alternativen Prozesse brauchen Zeit und sind nichts für den schnellen Erfolg. Diese Zeit investiere ich gerne, aber wo bleiben sonst die Minuten?

Sollte man sich nicht auf die Dinge konzentrieren, die man kann und für die man wirklich brennt? Zeit sich mal wieder über seinen Status quo Gedanken zu machen.

Jetzt mal Butter bei die Fische

Fotomagazine – zumindest sind wir uns wohl weitestgehend einig was wir nicht wollen. Soweit so gut. Aber was wollen wir denn nun? Füttern wir das Thema doch mal mit ein paar Fragestellungen:

  • sollte sich ein Magazin an alle oder eine bestimmte Fotografengruppe richten? (Stichwort analog vs. digital)
  • möchte ich vorrangig Bilder sehen, oder auch Text lesen?
  • falls ich Text lesen möchte, was sollte der Inhalt sein?
  • kann ein Magazin die Zielgruppe Amateur und Profi gleichermassen bedienen?
  • falls ja, warum? falls nein, ebenfalls warum?
  • welchen Stellenwert soll Technik / Equipment haben? Überhaupt einen?
  • Der Himmel-blau Workshop nervt uns ja, braucht´s Tutorials?

Abgesehen von der organisatorischen und finanziellen Herausforderung, die ein solches Vorhaben mit sich bringt, wäre der ultimative Startpunkt für ein solches Projekt wirklich zu verstehen was die Zielgruppe will.

Also raus damit, was wollt ihr?

Mit den Worten von Adenauer

Mit den Worten von Adenauer “was interessiert mich mein Geschwätz von gestern” wandelt sich gerade mein bisheriges User-Selbstverständnis von einem “die-Handgriffe-lernen-und-anwenden” zu einem “die-Handgriffe-lernen,-anwenden-und-versuchen-zu-begreifen-was-dahinter-steckt”-Dasein. Was ist passiert?

Bekanntermassen infiziert mit dem Virus Film-Fotografie und den ersten selbst entwickelten Exemplaren, stöbert man durchs Netz, will verstehen welche Bedeutung Kipprhythmus und Temperatur bei der Entwicklung haben, liest hier und da und wundert sich, welch bunter Reigen aus den Naturwissentschaften Mathmatik, Physik und Chemie ihren Einfluss auf das Foto/Negativ haben. Unter anderem bin ich über die Seite von Dr. Otto Beyer mit diesem Beitrag gestolpert. Ich muss es wahrscheinlich noch 4x lesen, bis ich es annähernd verstanden habe, aber die ersten Lampen des Kronleuchters fangen bereits an zu glühen ;-)

Leonardo und ich

Es geht hier nicht um den Vergleich mit Herrn Di Caprio. Schließlich weiß ich, dass ich um Längen besser aussehe. Nein, vielmehr ist mir Leonardo da Vinci in den Sinn gekommen. Das Universalgenie, begnadeter Künstler, Erfinder, Wissentschaftler, Ingenieur, Visionär. Ich bin im Besitz einer wunderbaren Buches über sein Gesamtwerk, in dem ich immer wieder gerne blättere. Die für ihn berechtigte Bezeichnung als Universalgenie ersetze ich, gesprochen für meine Person, durch den Titel Universaldilettant.

Eine Begriffsabklärung:

Ein Dilettant (ital. dilettare aus lat. delectare „sich erfreuen“) ist ein Nicht-Fachmann, Amateur oder Laie. Der Dilettant übt eine Sache um ihrer selbst Willen aus, also aus privatem Interesse oder zum Vergnügen.

Dabei mag er durchaus vollendete Kenntnisse und Fähigkeiten erlangt haben. Solange er aber die Tätigkeit nicht professionell ausübt, um also seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, oder eine entsprechende, anerkannte Ausbildung absolviert hat, gilt er als Dilettant.

In der heutigen Umgangssprache wird der Begriff meist negativ wertend verwendet, wenn eine Tätigkeit unfachmännisch, unsachgemäß, fehlerhaft, stümperhaft, oberflächlich, somit dilettantisch erledigt wurde. (Quelle: Wikipedia)

Und was soll das jetzt? Nun, ob Fluch oder Segen, mir fallen im Regelfall viele Dinge einfach zu und recht leicht. Egal für was ich in der Vergangenheit Interesse gezeigt habe (und das waren viele Dinge), autodidaktisch oder nach einer kurzen Einführung konnte ich recht schnell die Basics verinnerlichen und auf einem ordentlichen Level mithalten, egal ob es sich um Sport, Musik oder handwerkliche Dinge handelte. Read More…