Sex sells

Sex sells. Das dürfte ungefähr eine der ältesten Vermarktungsweisheiten der Welt sein.

Ein minderwertiges Produkt? Egal, mit einer üppigen Blondine und viel nackter Haut beworben wird es an den Mann gebracht. Ungeahnte Verkaufserfolge erzielen Romane à la Feuchtgebiete, die ach so bösen Rüpelrapper der Nation machen Kasse mit der blumigen Beschreibung malträtierter Körperöffnungen, und bei Blogs schnellen die Zugriffszahlen in die Höhe sobald nackte Haut gezeigt wird. Faszinierend!

Da spricht alle Welt von übersexualisierter Gesellschaft, aber die Mechanismen scheinen nach wie vor gleich zu funktionieren. Wenn auch hier und da vielleicht extremer in der Wortwahl oder Darstellung. Ehrlich gesagt dachte ich die Zeiten sind vorbei, in denen Ingo Appelt mit dem simplen und provokanten Ruf “Ficken” noch irgendjemand hinterm Ofen hervor lockt und Quote macht. Anscheinend weit gefehlt.

Das wirft natürlich die Frage auf wie macht man sich beim eigenen Streben nach finanzieller Unabhängigkeit und dem Traumberuf Privatier diesen Effekt zu nutze. Sollte ich auch ein Buch schreiben, gespickt mit möglichst vielen Fäkalausdrücken und Unappetitlichkeiten, dabei noch den Eindruck erwecken es handle sich um ein biographisches Werk, um dann von Talk-Show zu Talk Show zu ziehen und Kasse zu machen? Oder mit ein paar bösen Schüttelreimen und Beats aus dem Drumcomputer der willigen Jugend das üppige Taschengeld aus dem Hosensack ziehen? Ob Plattencover oder Druckwerk, ich könnte zumindest ein paar Fotografien beisteuern :) .

Angeblich funktionieren “me too-Konzepte” ja nicht, aber hier könnte man wirklich ins Grübeln kommen…