Durch Resin betrachtet

Mit Filtern zu spielen macht tatsächlich Spass und wenn man erst mal die jeweilige Wirkung verinnerlicht hat, sind sie aus der SW-Fotografie eigentlich nicht mehr wegzudenken.

Bei meinem letzten Kamerakauf bekam ich ja dankenswerterweise auch einen Cokin-Filterhalter, samt SW-Resinfilterpalette ins Paket und genau die habe ich am vergangenen Wochenende auch ausprobiert. Es gibt ja immer wieder epische Diskussionen über Filter und deren Qualität und damit den Einfluss auf das Bild. Ich verstehe davon nichts, kann mit keinem direkten Vergleichen aufwarten und messe auch meine Bilder nicht unter dem Mikroskop oder was auch immer aus. Meine Bewertungskriterien sind gefällt mir, oder gefällt mir nicht und das Ergebnis mit dem Cokinfilter gefällt mir.
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Ich bin schwach geworden

Eigentlich wollt ich ja nicht mehr weiter in Kleinbild investieren. Meinen Messuchertraum hab ich mir zwischenzeitlich erfüllt und mit der Zeiss Ikon lassen sich doch fast alle Kleinbildeinsätze absolvieren. Für die wenigen Ausnahmen bietet der Fundus noch einige Teilnehmer der berühmten Olympus OM Familie, eine Nikon F80 (meine erste selbstgekaufte SLR) tut auch noch ihren Dienst, kein Notstand also.

Sicher, es gab im KB-Bereich immer schon SLRs, die mich noch gereizt haben. Die Contax Familie z.B., mit der RTS III und der unglaublichen AX und eben auch Nikon mit seiner F3, der Kamera, die ihre Nachfolgerin überlebte und als Inbegriff des unverwüstlichen Arbeitsgerätes gilt.

Da screene ich also so nebenbei meine üblichen Kamerabörsenseiten und mein Blick fällt auf ein bebildertes Angebot einer Nikon F3 HP, zusammen mit einem 4-köpfigen Linsenpark, Lichtschachtsucher, Blitz, reichlich bebildert (und auf den Bildern sieht das Equipment nahezu ungenutzt aus) und das ganze halbwegs bei mir um die Ecke zu einem sehr attraktiven Preis. Kontakt aufnehmen, hinfahren, denken die Kamera hat ne Macke, weil man zu doof war die Batterie richtig einzulegen, Recherchieren, nochmals Hinfahren, Abholen, glücklich sein.

Bis auf die Tatsache, dass die Lichtdichtungen den üblichen altersbedingten Zustand aufweisen, sieht das Teil aus wie nie benutzt. Sämtliche Features funktionieren noch tadellos, selbst die Displaybeleuchtung, der bekannteste und sicherste Ausfall bei gebrauchten F3s verrichtet noch anstandslos seinen Dienst. Yay! Der Verkäufer hat mir sogar noch einen Cokin Filterhalter samt SW-Filtersatz mit eingepackt. Herz was willst Du mehr…

Moduliertes Licht

Darum geht es doch bei der ganzen Filtergeschichte. Bestimmte Wellenlängen durchlassen oder auch nicht, Belichtungszeiten verlängern, Reflexionen vermeiden, alles um entsprechende Effekte bei der Filmbelichtung zu generieren.

Soweit die Theorie. Tatsächlich habe ich mir ja vorgenommen mich dieses Jahr intensiver mit der Thematik Filter und seinen Möglichkeiten auseinander zu setzen, um dabei mit Schrecken festzustellen: die Dinger können ja richtig teuer sein, zumal wenn man nette Mittelformatlinsen mit einem Filtergewinde von 82mm hat. Das schmerzt so richtig im Geldbeutel.

Die Suche nach einer Budget-Lösung via “Big Brother” Google spuckt unter anderem das Stichwort Folien oder auch Gelatine Filter aus. Dafür gibt es, wenn wir bei der MF Pentax 67 bleiben, wohl entsprechende Halter. Auch sind komplette Filtersysteme von Anbietern wie Cokin oder Lee im Angebot, die via Adapter auf unterschiedlichste Gewindegrößen angepasst werden können. Wie so oft findet man aber auch sich überbietende Statements hinsichtlich Pro und Contra des einen oder anderen Systems. Lee sei viel besser, aber natürlich auch wesentlich teurer, Cokin würde zu Schlieren und Farbstichen führen, andere sagen das ist alles Murks, Gelatine Filter sowieso und es führe kein Weg an hochwertigen Glas-Einzelfiltern vorbei. Wer soll das den Überblick behalten und vor allem eine sinnvolle Entscheidung treffen?

Hat zufälligerweise jemand der geneigten Leserschaft oder der Fotografie-Veteranen einen nützlichen Hinweis?

P.S.: diesen Beitrag zum Thema (auf englisch) fand ich übrigens ganz interessant.

Kleines Bremsmanöver

So hin und wieder muß ich mich in meiner Begeisterung ja selber zügeln. Ich neige dazu alles was mich interessiert sofort lernen, kaufen, ansehen und ausprobieren zu wollen. Im Regelfall ist das dann mit Kosten verbunden. Die traurige Wahrheit lautet jedoch: ich hab weder das notwendige Kleingeld, um sorgenfrei alle meine verrückten Träume in die Tat umzusetzen, noch hab ich die Zeit mich mit jedem Thema so ausführlich zu beschäftigen, wie es das verdient bzw. notwendig wäre um einen echten Eindruck oder minimalste Fähigkeiten zu erlangen.

Demnach nehme ich meine guten Vorsätze fürs neue Jahr vorweg und werde mich

  • - vorerst nicht mit Großformat beschäftigen,
  • - dafür das Thema Dunkelkammer und Printausarbeitung intensivieren
  • - und mich in Sachen Fotografie verstärkt mit gewissen Basics wie Filtereinsatz u.ä. auseinandersetzen.

Und jetzt gehe ich brav an die Streichpositionen der Weihnachtswunschliste…