Die Krone des Mittelformats. Für viele ist das der Schwedenwürfel. Ich habe mich nie richtig in ihn verliebt. Mein Herz schlug und schlägt für das etwas brachialere Äquivalent zur 500er Hasselblad-Serie, nämlich der SL66 aus der Braunschweiger Rollei Schmiede.
Pros und Contras beider Kameras zu suchen und zu vergleichen ist meiner Meinung nach sinnlos. Beide haben hervorragende Objektive (Zeiss), die sich nichts geben. Der wesentliche Unterschied liegt im Verschluss. Schlitzverschluss bei der Rollei, Zentralverschluss bei der Hassi. Das erlaubt der SL immerhin 1/1000 Verschlusszeit (der Schwedenwürfel schafft das nicht ganz) und Retrostellung des Objektivs für Makroaufnahmen, dafür aber auch hundsmiserable Werte bei der Blitzsynchronisierung nämlich nur 1/30. Ausserdem ist die Rollei ein Schwergewicht im Vergleich zur Hassi und das hält ganz viele Leute ab.
Für mich ist es genau einer der Gründe, warum ich die SL66 liebe. Sie liegt satt in der Hand und ist für mich hervorragend zu bedienen (viele finden sie total umständlich). Ich mag etwas gewichtigere Kameras, da ich selten mit Stativ arbeite und eine schwerere Kamera mehr Stabilität liefert und ruhiger zu halten ist. Ausserdem liebe ich die Möglichkeiten der Spielerei mit Scheimpflug und ganz persönlich: sie liefert die brutal schärfsten Bilder, die ich in 6×6 kenne. Ich hab ja auch mal gelesen, dass bis auf 2 Kunststoffteile an der SL alles aus Metall sein soll. Ob das jetzt nur ein Gerücht ist, kann ich nicht weder bestätigen noch dementieren. Ich werde die SL aber definitiv nicht zur Kontrolle auseinander bauen.
Jetzt also in der E Ausgabe, samt integrierter Belichtungsmessung und in schlankem schwarz. Rund 2000 davon sind von 1982 bis 1992 gebaut worden. Der Verkaufspreis im September ’92 betrug wohl rund DM 8.000 / $ 4.000. Wenn man sich mal überlegt, was seinerzeit der durchschnittliche Monatslohn war…
Ich bin auf alle Fälle froh eines der Schätzchen nunmehr mein nennen zu dürfen.
