RA4

Die Fotografie hält eine Menge kryptischer Kürzel bereit. C41, E6, RA4… und genau bei letzterem bin ich gerade gelandet.

Die Farbentwicklung habe ich sowohl im Negativ- als auch im Farbumkehrprozess gemeistert, die logische Konsequenz heisst da sich auch mit dem Farbpositiv zu beschäftigen und genau das ist besagter RA4 Prozess. Im Prinzip geht es da erst mal ähnlich zu wie bei der SW-Vergrösserung. Ein Negativ wird über den Vergrösserer auf Papier belichtet und anschliessend ausentwickelt und fixiert.

Was der Farbpositivprozess nicht kennt, sind Gradationen. Der Entwicklungs- und Fixierschritt findet im Regelfall bei etwas höheren Temperaturen statt als der SW-Prozess, die eigentliche Schwierigkeit ist jedoch die richtige Farbfilterung zu finden, d.h. den Vergrösserer für das jeweilige Negativ richtig zu kalibirieren, damit möglichst kein Farbstich entsteht.

Zum Glück habe ich meinen guten alten Durst doch nicht abgestossen, der ist nämlich mit einem Farbkopf ausgestattet und das erste Ergebnis seht ihr hier:

Doch, ich bin recht zufrieden. Am oberen Rand gibt es noch einen leichten Farbeinschlag, den ich mir noch nicht endgültig erklären kann und in den Griff bekommen muss, ansonsten gibt es nix zu meckern.

Glück

Man sollte ja sein Glück nicht überstrapazieren. Die letzte C41 Entwicklung noch in Erinnerung, dachte ich mir “die Chemie ist noch in Ordnung, aber machen wir ruhig einen Testfilm vorab.”

Gesagt, getan, der Junior ist immer wieder ein dankbares Modell und schon hatten wir einen Testfilm im C41 Bad. Wie auch bislang gehandhabt, wurde der Entwickler frisch angesetzt, mit Bleiche, Fixierer und Stabi-Bad sollte ich doch noch hinkommen, und in der Tat kam mir der Testfilm 1a aus der Rolle entgegen.

Dann kann mit den wertvollen Urlaubsfilmen ja nichts mehr schief gehen. Also flugs die Rolle mit zwei Spulen befüllt, und auf ein Neues. Um beim Entnehmen böse von einer grünlich-blauen Trägerschicht überrascht zu werden. Wo bleibt mein sattes Orange? Bitter, wenn sich die Grenzen der Chemieverwertbarkeit gerade in dem Moment einstellen. Waren das demletzt nicht mehr Filme, die ich entwickeln konnte?

Nunja, nach 2 Minuten Gebrüll, weiteren 10 Minuten extrem schlechter Laune komme ich zu dem Schluß: erstens wieder was gelernt. Das nächste mal nicht mehr als 5 Filme. Basta. Zweitens, schauen wir doch mal was bei der Cross-Unfall-Chemiescheisse rumgekommen ist. Demnächst verkaufe ich dann meine Chemieabfälle als Kreativentwickler ;)

Und wenn alle Stricke reißen kann ich die Bilder immer noch schwarz-weiß umwandeln. Gut, jetzt sehe ich halt nicht wie der Fuji Superia wirklich aussehen soll, aber ich hab ja noch ein paar Reserven…

Keith is watching

Wie versprochen. Damit Ihr mal einen ersten Vorgeschmack auf meine Farb-Eigenentwicklung bekommt. Erwähnte ich schon, dass ich total begeistert bin? Nein? Hier mal das erste Cross-Ergebnis.
Keith is watching