ist ja scheinbar das neue Heil der Retrofotografie. Wenn ich über analoge Fotografie lese stolpere ich regelmässig über den Begriff Entschleunigung. Das Mantra der besseren Fotografie: Ausstieg aus der hektischen Serienbildbelichtung und Rückbesinnung auf den Weg des Lichtes. Dabei atmen wir ganz langsam ein und aus.
Um mal wieder anders zu ticken: ich kann dem ganzen Entschleunigungsgedöns rein gar nichts abgewinnen. Ich bin ja ein großer Fan von Effizienz. Ich habe schlicht und ergreifend keine Lust mir aus 200 Serienbildaufnahmen mühsam den besten Zufallstreffer rauszusuchen, das kostet nämlich mehr Zeit, als wenn ich zu Beginn versuche alles richtig zu machen. Wenn ich es schneller könnte, würde ich es auch schneller machen. Kann ich halt (noch) nicht.
Der Gipfel der Entschleunigung wird dann erreicht, wenn ich die Filmstreifen nach der Entwicklung über den Scanner ziehen muß. Zeitfresser Galore – aber natürlich super entschleunigt. Da ist genug Zeit für ein paar Hektoliter Fencheltee…
Ich mag es zu fotografieren, ich setze meine Ideen gerne in Bilder um und ich bevorzuge filmbasierte Fotografie, weil mir die Ergebnisse besser gefallen. Ich mag auch den technischen Vorgang, die bewusste Wahl des richtigen Films, der richtigen Blende etc. Zu Meditationszwecken gehe ich allerdings spazieren oder setze mich in meinen Lieblingssessel und lese ein gutes Buch. Statt Fencheltee dann wahlweise gerne auch mit einem Glas Rotwein oder einem schönen Single-Malt.


