c't special "Digitale Fotografie"

Wie angekündigt hier mein kurzes Review zur aktuellen Ausgabe der c´t special.

Wer die letzten Ausgaben kennt, findet auch hier wieder den Einstieg über diverse Tests mehr oder weniger aktueller Kameramodelle. Näher betrachtet wird jeweils eine Auswahl Kompaktkameras, Superzooms und DSLR’s. Beim Lesen der Testberichte fällt der c´t typische, sachlich-neutrale Stil auf. Hier glaubt man den Schreiberlingen, dass nicht unbedingt ein bezahlter Werbetest abgedruckt wird. In Sachen Aktualität gibt es zu den getesteten Modellen jedoch bereits seit Wochen und Monaten entsprechende Berichte anderer Printmedien und auch im Internet ist einiges zu finden. Da ist die c´t Variante nur noch eine Ergänzung.

Die folgende Marktübersicht aktueller Modelle ist aus meiner Sichtweise vollkommen unnötig, da das Abdrucken kurzer Datenblattauszüge, ohne entsprechende Tests vollkommen sinnfrei ist. Hier kann man auch jedes beliebige Prospekt zu Rate ziehen.

Der Artikel “Bildstabilisatoren” beschäftigt sich mit der Stabilisationstechnik aktueller Objektive. Unter anderem auch mein Sigma 18-200mm. Technisch interessant, als Kaufempfehlung eher weniger. Für den, der jedoch wissen möchte wie sein teuer bezahltes Schmuckstück eigentlich funktioniert, empfehlenswert.

In Sachen Bildbearbeitung widmet sich ein grosser Abschnitt den Pinselspitzen in Photoshop. Hier werden auch Samples auf der beigelegten DVD mitgeliefert. Wer sich mit dem Thema Pinselspitzen bislang noch nicht beschäftigt hat, für den ist dieser Beitrag sicherlich ein Gewinn. Für die fortgeschrittenen Photoshop User gibt´s hier kaum etwas Neues. Ebenso fällt die c´t untypische Konzentration auf das Adobe Produkt auf. Die Open Source Gemeinde kommt nicht zum Zug und der Gimp bleibt diesmal unerwähnt.

Dias & Negative scannen. Tja, nicht mein Thema. Ich habe den Artikel überflogen und ohne das näher beurteilen zu können, bekommt man hier eine gute Einstiegsübersicht. Behandelt wird die Hardware, technische Aspekte, geeignete Bildformate und Korrekturmethoden. Für meinen persönlichen Geschmack nimmt das Thema zu viel Raum ein, das mag aber auch daran liegen, dass es mich nicht wirklich interessiert.

Da sagt mir der Beitrag zu Fine Art Printing schon eher zu. Nach einer kurzen Begriffsdefinition wird das Material in Augenschein genommen. Papier, Farbstoff- oder Pigment und nach einem Testausflug zu Fine Art Druckdienstleistern werden auch einige Drucker unter die Lupe genommen. Mir hat der Artikel zumindest Appetit gemacht mich näher mit dem Thema Fine Art zu beschäftigen. Ich denke ebenso wie die Bildbearbeitung, kann auch der Weg das optimale bzw. gewünschte Druckergebniss zu erreichen, ein kreativer und spannender Prozess sein. Um richtig tief in die Materie abzutauchen, reicht es auch hier nicht.

Den Abschluss bildet das wichtige Thema Farbmanagement. Kalibiriermöglichkeiten via Hard- und Software, Druck- und Scanprofile sowie Möglichkeiten von Lightroom und Camera Raw in Sachen Voreinstellungen. Lesenswert und in der gebotenen Ausführlichkeit für meinen Geschmack mehr als ausreichend.

Fazit:
Für den Photographie-Einsteiger gibt es in der neuen c´t special mit Sicherheit einiges an Wissenswertem und Nützlichen zu entdecken. Der Fortgeschrittene oder gar Semiprofessionelle wird hier kaum Neuigkeiten finden und sollte sich die € 8,50 sparen.

Mir ist nicht ganz klar, welche Zielgruppe c´t ansprechen möchte. Der technische Aspekt vieler Artikel spricht eigentlich eher den versierten Photographen an, der schon vieles kennt aber Hintergrundinformationen möchte. Dafür gehen die Artikel aber an den meisten Stellen nicht weit genug. Der Einsteiger, der sich mit seinem neuen Hobby beschäftigen möchte, wird teilweise durch die Therminologie erschlagen. Tintenempfangsschicht, Reflexionsvermögen und Barytpapier werden in den meißten Fällen eher für Verwirrung als für Aufklärung sorgen. Außerdem stösst die mangelnde Aktualität negativ auf. Mich hätte zum Beispiel im Rahmen der Fine Art Thematik ein Test zum neu erschienenen Epson R1900 interessiert. Ich habe sämtliche Ausgaben der jeweiligen c´t special Fotografie verfolgt und vermutlich wird diese meine letzte gewesen sein.