Steine, Steine, Steine
Wenn es etwas im schönen Griechenland gibt, dann sind das Steine. Unzählige davon. Und auch noch mit historischen Hintergrund. Ich kann davon ja fast nicht genug bekommen. Kaum bin ich in so einem historienträchtigen Gemäuer läuft das Kopfkino und ich höre quasi Schwertgeklimper. Ich bin zugegebenermaßen schwer sandalenfilmgeschädigt. Gebt mir einen Streifen wie “Königreich der Himmel” und ich bin hin und weg.
Nunja, um Euch vorerst vor langweiligen Postkartenmotiven zu verschonen (die kommen dann später *hehe*), gibt es ebenfalls Mauerreste aber etwas moderner. Entgegen meinem Motto “Farbe wird überbewertet” gibt’s bisserl was Buntes und auch noch digital
Die 7 Filmpatronen müssen immerhin alle erst entwickelt werden und an E6 muss ich mich zuerst in aller Gemütsruhe rantasten.
Schwalbenschwanz
Wo soll das nur enden? Ich mache gerade in digital, dann auch noch kompakt und jetzt Makro. Naja so halb zumindest.
Ich weiss, der Schwalbenschwanz sieht aus wie aufgemalt, aber so hat er sich mir präsentiert und da habe ich Burgruine mal Burgruine sein lassen und auf Blümchenfotograf gemacht. Meinen Junior freuts, der findet das Steingeraffel sowieso langweilig und freut sich über jede Blume, Biene, Schmetterling oder Eidechse…
Dogma
Die Fotografie ist gekennzeichnet von einer Vielzahl unsäglicher Lagerdiskussionen. Ob digital vs. analog, Canon vs. Nikon, oder, oder, oder… Solche und ähnliche Auseinandersetzungen werden mit ungebrochener Leidenschaft geführt. Ich begrüsse Leidenschaft und sie ist meines Erachtens essentiell, wenn man sich auf das Abenteuer Fotografie einlässt. Würde jedoch die Energie, mit der einige Zeitgenossen ihre Dogmen einnehmen und verteidigen, bloß zu einem Bruchteil in die Arbeit am guten Bild gesteckt, die fotografische Kulturlandschaft würde vermutlich einen mittelfristigen Qualitätsschub sondergleichen erfahren.
Das gute Bild, ja, das ist bereits das nächste Minenfeld. Gut liegt im Auge des Betrachters, die Geschmäcker sind unterschiedlich und per Definition die Auseinandersetzung darüber eigentlich unsinnig. Ich hab ja bereits des öfteren über mir zu glatte und belanglose Fotografien berichtet. Das ist mein Geschmack und bedeutet nicht, dass mir ausschließlich Analogbilder gefallen oder per Film automatisch ein Kunstwerk entsteht. Das ist der gleiche, weltfremde Ansatz der Technikfanatiker, je größer die Kamera, je besser das Bild. Quatsch. Ich mag auch digitale Bilder und auch auf Film wird eine Menge Müll produziert, wovon ich ein Lied singen kann. Auch gefallen mir persönich nicht alle Bilder der Kollegen von denen ich lerne oder bei denen ich kommentiere, ob sie Kunst sind oder nicht, kommerziell erfolgreich oder nicht. Ich kann deshalb trotzdem ihre Kompetenz anerkennen, zuhören und lernen.
Ich gestehe ja, auch ich kann hin und wieder nicht widerstehen die eine oder andere Spitze zu äußern und spaßeshalber den Missionar zu spielen. Kleinen Frotzeleien sind nunmal ein kommunikativer Spielball, auf den ich nur ungern verzichte und bei dem ich beileibe nicht immer ungeschoren davon komme. Wenn sich daraus dann eine Diskussion entspannt, muss ich zum Schluß vielleicht zurückstecken oder man einigt sich darauf, dass die Positionen zu unterschiedlich sind um sich anzunähern oder Deckungsgleichheit zu erlangen. Auf alle Fälle werde ich aus einem Wortgeplänkel oder verbalen Schlagabtausch nutzenstiftendes Wissen ziehen und davon profitieren. Das ist toll und das passiert immer noch viel zu selten.
Also, lasst das Dogma in der Kirche, nehmt Frotzeleien nicht persönlich und kanalisiert Euren missionarischen Eifer in sinnvolle Bahnen. Es geht schließlich nur um Fotografie.


