Schon Einstein wusste: alles ist relativ. War ich bislang noch der festen Überzeugung, Diafilm ist der bessere Farbfilm und habe unter diesem Eindruck kräftig und Literweise Chemie auf Vorrat gekauft, schwindet diese Überzeugung aktuell gerade wieder.
Das Wochenende bot neben unfreiwilligem Besuch der Züricher Occupy-Demo, die Gelegenheit drei verschiedene Farbfilme auszuprobieren. Ins Rennen gingen der Kodak Ektar 100 (Bsp.1), der Kodak Portra 160VC (Bsp.2) sowie der Fuji Pro 160C (Bsp.3). Fotografiert wurde mit der Pentax 67, die auch kurz ein wenig ins Reportagefach wechseln durfte (2-3 Aufnahmen der Demo), aber nicht wirklich dafür geeignet ist. Mir gefallen alle 3 Filme ausgesprochen gut, wobei ich den Fuji als am Neutralsten in der Farbwiedergabe empfinde. Der Hang zu überbetonten Erd- und Rottönen zeigt sich beim Ektar recht gut im Bereich des Himmels, der zum Aufnahmezeitpunkt eine graue Suppe war und gerade beim Ektar mit einem deutlichen Gelbstich im Bild aufwartet.
Was aber viel wichtiger ist: ich kann nicht wirklich einen qualitativen Unterschied zum Diafilm ausmachen. Gut, ich messe nichts aus und lege auch keine Filmstreifen unters Mikroskop, aber für den normalsterblichen Betrachter ergeben sich aus meiner Sichtweise keine auffälligen Qualitätsunterschiede.
Entwickelt wurde übrigens zum ersten mal im rapid-Verfahren, d.h. bei einer Entwicklungstemperatur von 45 Grad Celsius. Nachdem ich ja bereits bei der E6 Entwicklung mit hohen Prozesstemperaturen Erfahrungen sammeln konnte und keinerlei Schwierigkeiten hatte, sollte das beim C41 Prozess ebenfalls kein Problem sein. War es auch nicht, alles hat wunderbar funktioniert und wenn man sich alleine die Zeitersparnis für den Prozesschritt Entwicklung betrachtet (danach folgen ja noch Bleiche, Fixierung und Stabilisierung), dann sind 2 statt 13 Minuten schon ein Quantensprung.
Ach ja, nachdem Silverfast in der alten Version unter Lion leider nicht mehr funktioniert, scanne ich aktuell mit Vuescan. War ich anfangs noch skeptisch, trumpft das Programm gerade bei Farbnegativen unwahrscheinlich auf. Die Geschwindigkeit und Fehlererkennung sind einwandfrei und ich empfehle zusätzlich noch das PS-Plugin “Colorperfect“, mit dessen Farbprofilen für nahezu jeden Farbfilm man Top-Ergebnisse erzielen kann. Schwarzweiß finde ich persönlich noch immer unter Silverfast besser gelöst, aber das kann ich ja nun nicht mehr einsetzen und die neue Variante mag ich z.Zt. nicht kaufen.





