Heute haben sich Erfolg und Misserfolg die Waage gehalten. Die arktischen Temperaturen prüfen auch meine Leidensfähigkeit und somit scheiden zur Zeit Dunkelkammeraktivitäten schlicht und ergreifend aus. Zum Glück haben wir die alternativen Verfahren und hier die gerade angetestete Cyanotypie.
Ein Negativ ist mir schon die ganze Zeit im Kopf herum gespukt. Der “Bad Hair Day” – ein Ergebnis des von mir so hoch geschätzten U125 in Caffenol entwickelt. Farblich hatte ich hier nicht das klassisch Preussisch-blau im Sinn, sondern eine bräunlich getonte Variante unter Verwendung von Tee. Teetonung gibt den Cyanos einen, nach meinen Geschmack, herrlichen Duoton – das blau wird dunkler, etwas dreckiger und das Papier nimmt in den Lichtern einen Tee-Stain an, der zu einigen Motiven ganz ausgezeichnet aussieht. Soweit der Plan.
Es hat fast alles funktioniert, die Färbung ist genau wie ich sie mir vorgestellt habe, wäre da nicht das Negativ, das mich zur Verzweiflung bringt. Der erste Wurf war viel zu dunkel im Gesicht, die jetzige Variante eigentlich perfekt, bis auf den Stirnbereich, der in den Lichtern viel zu stark ausgefressen ist. Für heute musste ich mich allerdings geschlagen geben, da der Drucker sich weigert mit leeren Patronen weiter zu arbeiten. Morgen also auf ein Neues und unten das vorläufige Ergebnis.
Achtet auf den Farbton und ignoriert einfach mal die unperfekten Lichter – ich werd’s nochmals machen…
