Ungewisse Zukunft

Zur Zeit stelle ich mir immer öfter die Frage, ob und wie ich den Blog hier noch weiterführen möchte.

Die Lust am Schreiben ist mir nicht vergangen, im Gegenteil, allerdings habe ich das Gefühl auf eingetretenen Pfaden zu wandeln und das beginnt mich zu langweilen. Machen wir uns nichts vor: meine Themen wiederholen sich. Ich schnappe beim Lesen in der Blogwelt etwas auf das missfällt, pöbel ein wenig durch die Gegend, erhalte einigermassen Zuspruch und warte bis mir das nächste mal die Hutschnur reisst. Die Anlässe und Umstände sind dabei im Regelfall immer wieder ähnlich.

Ich zeige meine Experimente und lasse am Entstehungsprozess teilhaben. Schön und gut, aber auch hier wird die Luft dünner. Die dreiundzwölfstigste Kamera mit Film XY, mal wieder ein neuer Entwickler oder ein neues Verfahren? Alles schon dagewesen und mit der mir eigenen Arroganz: so langsam entwachse ich dem Bereich des permanenten Probierens. Das sollte man nicht falsch verstehen: ich glaube an das lebenslange Lernen, werde mit Sicherheit weiter Experimentieren und Probieren und noch häufig Irrtümern unterliegen und fluchen wie ein Rohrspatz.

Geführte Diskussionen über den Kunstbegriff, Kritik und Co? Wiederholungen…
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Lieblinge

Lieblingsmenschen, Lieblingskameras, Lieblingsfilme, Lieblingsfeinde… Ja, wir haben sie unsere Lieblinge.

Wobei Feindschaft mag ein wenig übertrieben sein. Ziehen wir kurz die allwissende Müllhalde zu Rate:

” Der Begriff Feindschaft (etymologisch abgeleitet vom althochdeutschen fiant, vint – Hass) bezeichnet eine soziale Beziehung zwischen zwei oder mehr Individuen oder Gruppen, die durch die Existenz von Feindbildern gekennzeichnet ist. Die beteiligten Akteure werden als Feinde bezeichnet. Die Feindschaft kann aufgrund einer Konkurrenzsituation, einer asymmetrischen Beziehung oder einer mit negativen Emotionen behafteten Beziehungsgeschichte entstehen. Im Gegensatz zum normalen Gegner wird ein Feind auch mit unfairen Mitteln bekämpft.” (Quelle: Wikipedia)

Feindbilder lasse ich ja noch gelten, denn natürlich skizzieren wir uns ein Bild des Gegenübers, dass dieser auch immer wieder und mit affenartiger Sicherheit bestätigt, Konkurrenz sehe ich im Regelfall, zumindest von meiner Seite aus, nicht und Emotionen sind natürlich im Spiel. Über das regelmässig gezeigte Level an Inkompetenz, Unsouveränität und schlicht Blödheit, rege ich mich regelmässig jedesmal auf. Unfaire Mittel? Nein, brauchen wir nicht, denn man will ja nicht Bekämpfen, sondern höchstens Aufklären – aber wie wurde ich gestern belehrt: “Schön Boris, dass Du noch an das Gute im Menschen und den Verstand glaubst, aber bitte wach doch irgendwann mal auf…”

Wovon ich überhaupt spreche? Sorry, Internet mal wieder. Fotografen, Blogger, bloggende Fotografen… Uralt, tausendmal diskutiert, thematisiert und doch immer wieder aktuell. Wenn einem die Fotografie am Herzen liegt, dann schaut man sich eben um, sieht was die Nachbarn treiben, freut sich oder kann sich ereifern.

Alle, die wir uns im Internet tummeln und auf welche Art & Weise auch immer publizieren, müssen uns doch klar darüber sein, dass wir nicht immer auf Zustimmung stossen werden. Meinungsvielfalt eben. Oder auch Wissensvorsprung anderer. Oft gesehen, da wird schlampig recherchiert, möglichst von 2-3 Quellen (und immer ist Wikipedia dabei) zusammengekupfert und stolz in die Welt geblasen und wenn neben den üblichen Klatschkaspern ein wenig Gegenwind kommt ist beleidigte Leberwurst angesagt. Ich werde über die offensichtlich zugrunde gelegte Erwartungshaltung nicht fertig. Wenn man schon so überzeugt von seinem Output ist, kann man doch dafür einstehen und kämpfen? Und auch wenn man sich irrt, ist noch keinem ein Zacken aus der Krone gefallen, wenn man dies eingesteht. Das nenne ich Souveränität (und man darf sich ja trotzdem insgeheim ärgern)!

Die Güte gezeigter Arbeiten. Auch so ein Ding. Ist alles was erfolgreich ist auch gut? Kommt natürlich auf den Betrachtungswinkel an. Bild Zeitung und MacDoof-Essen. Beides wahnsinnig erfolgreich. Beides auch gut? Lässt sich doch schön auf den permanent gezeigten Offenblendenterror und Co., die supidupi-hippe Streetfotopenetration und vergleichbare Foto-”Kunst” übertragen.

Die Frage ist berechtigt, ob ich der Geisterfahrer bin, oder die Tausend, die mir entgegen kommen. Ich bin aber jederzeit und gerne bereit darüber zu diskutieren und zu streiten. Und zum Glück lassen sich Integrität, Argumentationsstärke und Wissen nur sehr bedingt kaufen ;)

Privat

Was ‘ne, sorry für die Gossensprache, Scheissarbeit, den Blog durchzusehen und die alten Beiträge mit nackter Haut auf “privat” zu setzen. Zum Löschen konnte ich mich irgendwie nicht durchringen. Naja, jetzt ist der Blog also jugendfrei und sämtlicher “entblösster Brüste” beraubt (da freut sich jetzt wieder die Suchmaschine und die Suchenden sind angeschmiert *haha*).

Bei der Gelegenheit hab ich dann auch mal zwangsläufig in die Uraltbeiträge und Anfänge dieser Kiste geschaut. Hätt’ ich besser mal sein lassen, mir ist immer noch schlecht, von dem Murks, den ich mal zusammengeschrieben hab. Ich war jung und brauchte das Geld – ach ne, das waren ja meine Videofilme…

Scheideweg

Vielleicht zu viel Drama, aber es ist an der Zeit für einige Änderungen.

Ich blogge hier schon eine ganze Weile, zeige meine Bilder und lasse Euch an meiner fotografischen Entwicklung teilhaben. Vorerst habe ich auch nicht vor das zu ändern. Ob dies allerdings der richtige Ort für ein Portfolio oder die ausgiebige Präsentation aller meiner Arbeiten ist, stelle ich nunmehr in Zweifel.

Fakt ist, ich bin verdiene meine Brötchen nicht mit der Fotografie, sondern in der Industrie. Und Fakt ist ebenso, dass zwar alle Welt versichert, dass Bier Bier und Schnaps Schnaps ist, alle wahnsinnig aufgeschlossen sind und man sich ausschliesslich um berufliche Leistungen kümmert, das aber mit der Realität genausoviel zu tun hat, wie das stete Fanal der Wahrheit in der Politik.

Illuminate.li ist mit meinem realen Namen verbunden und der eben auch mit meiner beruflichen Tätigkeit. Für mich persönlich würde es keine Rolle spielen, ob Kollegen, Mitarbeiter oder Vorgesetzte ihre Neugierde bezüglich meiner privaten Hobbies bedienen und damit auch in den Genuss des Anblicks der besten Ehefrau von allen im Evakostüm kommen. Vergleichbares findet sich heute in jeder Zeitschrift, an jeder Plakatwand und an jedem Badestrand. Erneuter Fakt ist allerdings auch, dass einem dies trotzdem zum Nachteil gereichen kann.

Aus diesem Grund werde ich den Leuchttisch von der Seite nehmen. Wo und unter welchem Namen ich zukünftig meine Bilder zeige weiß ich noch nicht. Auch werde ich es hier mit Sicherheit nicht verraten. Wer meine Machwerke finden möchte wird einen Weg wissen.

Status quo

Ich beschäftige mich nun schon seit mehreren Tagen mit dem Vandyke Verfahren und es nimmt mich gefangen. Einmal mehr bekomme ich unglaubliche Möglichkeiten aufgezeigt und erkenne gleichzeitig meine Grenzen. Die alternativen Prozesse brauchen Zeit und sind nichts für den schnellen Erfolg. Diese Zeit investiere ich gerne, aber wo bleiben sonst die Minuten?

Sollte man sich nicht auf die Dinge konzentrieren, die man kann und für die man wirklich brennt? Zeit sich mal wieder über seinen Status quo Gedanken zu machen.