Gestern hab ich mal ein wenig durch die Gegend getont. Der digital geprägte Fotofreund wird das als Sepia kennen, die Filmfraktion kann vermutlich mit Schwefeltonung etwas anfangen.
Es handelt sich um die vermeintlich einfachste Tonungsmethode, die mit dem betörenden Duft nach faulen Eiern, die jedoch in unterschiedlichsten Facetten daher kommt und je nach Bild, motivunterstützende Farbgebungen jenseits des Kitsch oder des “auf alt getrimmt” ermöglicht.
Ich habe im ersten Ansatz mit unterschiedlich fetten Ansätzen experimentiert, mit Varianten bei denen erst gebleicht und dann getont wird, aber auch direkte Tonungen, die anschliessend gebleicht und nochmals getont werden. Mein Favorit aus der Reihe ist ein Print, der erst gebleicht wurde, anschliessend in stark verdünntem Entwickler nochmals anentwickelt wurde und anschliessend in eine relativ hoch verdünnte Schwefeltonung ging.
Der Scan ist mal wieder armselig und zeigt noch nicht mal die Tonwerte richtig an. Besser geht es halt nicht.
Die Spielwiese ist geradezu grenzenlos. Was alleine mit einem Toner und der Variation des Prozesses möglich ist, erschlägt einen nahezu. Wenn man sich dann überlegt, was für eine Palette von Tonern existiert und welches Möglichkeiten sich aus deren Kombination untereinander ergeben…




