Tonung

Gestern hab ich mal ein wenig durch die Gegend getont. Der digital geprägte Fotofreund wird das als Sepia kennen, die Filmfraktion kann vermutlich mit Schwefeltonung etwas anfangen.

Es handelt sich um die vermeintlich einfachste Tonungsmethode, die mit dem betörenden Duft nach faulen Eiern, die jedoch in unterschiedlichsten Facetten daher kommt und je nach Bild, motivunterstützende Farbgebungen jenseits des Kitsch oder des “auf alt getrimmt” ermöglicht.

Ich habe im ersten Ansatz mit unterschiedlich fetten Ansätzen experimentiert, mit Varianten bei denen erst gebleicht und dann getont wird, aber auch direkte Tonungen, die anschliessend gebleicht und nochmals getont werden. Mein Favorit aus der Reihe ist ein Print, der erst gebleicht wurde, anschliessend in stark verdünntem Entwickler nochmals anentwickelt wurde und anschliessend in eine relativ hoch verdünnte Schwefeltonung ging.

Der Scan ist mal wieder armselig und zeigt noch nicht mal die Tonwerte richtig an. Besser geht es halt nicht.

Die Spielwiese ist geradezu grenzenlos. Was alleine mit einem Toner und der Variation des Prozesses möglich ist, erschlägt einen nahezu. Wenn man sich dann überlegt, was für eine Palette von Tonern existiert und welches Möglichkeiten sich aus deren Kombination untereinander ergeben…

Varycon FB

Ein neues Papier hab ich ausprobiert. Das Varycon FB, matt, aus dem Hause Efke. Bei Adox heisst das dann “Fine Print Vario Classic”, ist aber der gleiche Inhalt. Die Planlage bei der Verarbeitung ist sehr gut, die Papierstärke angenehm, die Lufttrocknungseigenschaften – naja. Die Ecken biegen sich schon ziemlich nach oben, da muss der Bücherstapel eine ganze Zeit als Presse herhalten.

Gleichzeitig ist hier zum ersten Mal das 85er Tessar für die Zeiss Ikon zum Einsatz gekommen. Der Bildausdruck bei Offenblende (was hier “nur” f4 ist) kommt eher weich daher, wenn ich Fokussierfehler mal ausschliesse. Mir gefällt es.

Print auf Varycon FB, Selentonung

Baryt

Die hohe Schule des Papierabzugs sagt man. Ich hab ihn nun vorliegen, meinen ersten Barytprint und bin begeistert. Es gab gleich zwei Premieren. Mit dem kürzlich erworbenen 805er Durst sind nun Negativvergrösserungen im Format 6×7 möglich und wie gesagt, der Einstieg in das Arbeiten mit “klassischem” Fotopapier ist erfolgt.

Der Bildausdruck ist gigantisch, einfach eine andere Welt im Vergleich zu den bislang bekannten PE-Abzügen und natürlich muss ich noch ein wenig üben. Ich bin ja erst am Herumspielen und Probeprinten auf kleinem Format (13×18) und schon hier lauern die ersten Schwierigkeiten: wie bekomme ich einen Baryt-Abzug ordentlich glatt, das Papier neigt nämlich zu ordentlichem Wellenschlag?

Über die meiner eigenen Blödheit geschuldeten Anlaufprobleme decke ich dabei den Mantel des Schweigens. Zum Beispiel über die Tatsache, dass ich die Kartoneinlage über dem eigentlichen Baryt für Probestreifen zurechtgeschnitten und belichtet habe und noch dachte “das ist aber ein dickes Papier”, oder auch die diversen erfolglosen Belichtungsproben mangels Verständnis welches nun die beschichtete Papierseite ist…

Zum Thema Planlage kamen einmal mehr sachdienliche Hinweise vom geschätzten Herrn Vernon Trent, der zugleich Ratschläge in Sachen richtige und ausreichende Wässerung mit auf den Weg gab.

Das Motiv hab ich schon mal gezeigt, also nochmals – hier und jetzt und mit stolz geschwellter Brust auf Baryt:

baryt

Vandyke schon wieder

Der Start ins Wochenende beginnt mit erneuten Tests in Sachen Vandyke. Neues Papier, andere Pinsel, andere Folie.

Diesmal ein Büttenpapier mit feinerer Struktur – sehr schön. Der Emulsionsauftrag gelingt ebenso und die nebenbei mitgenommenen Schaumstoffpinsel funktionieren anstandslos. Wie lange wird sich zeigen.

Natürlich kein Experiment bei Illuminates ohne Rückschläge. Mein Papier kam vom Block, war ziemlich feste verklebt und beim Lösen mit dem Metalllineal hab ich ein paar ordentliche Kerben reingehauen und natürlich aus Versehen die falsche Seite mit Emulsion beschichtet. Das ausbelichtete Papier ist mir mit der Motivseite dann gleich noch auf den Boden gefallen und hat ebenfalls für ein paar Schrammen gesorgt.

Schließlich mag das “Butterbrotpapier” in der Kombination mit meinem Drucker nicht richtig funktionieren. Trotz hilfreicher und ausführlicher Hinweise der Spuersinnler bekomme ich bei hellen Motivteilen (die auf dem Negativ entsprechend schwarz sind) keinen sauberen Ausdruck hin und mein Drucker zaubert mir eine Serie Querstreifen, die auf dem Vandyke auch deutlich zu sehen sind.

vandyke3

Nunja, das Wochenende hat noch ein paar Stunden, es warten noch ein paar Päckchen Baryt zum Probieren auf mich – Herz was willst du mehr…

Baryt

Baryt – ich – demnächst – freu mich…!