Es tut gut zu einer Elite zu gehören. Mein Name ist Boris von und zu Illuminate, Herrscher über den Dunkelsack, Großmeister der Entwicklersuppe.
Tatsächlich beschäftigt sich das Proletariat noch immer mit der digitalen Erzeugung sogenannter “Bilder” und nennt das in einem Anfall von Größenwahn auch noch Fotografie. Unglaublich, als ob wir nicht schon immer wußten, dass es nur eine Fotografie gibt und immer geben wird. Daran ändert auch die perfide Strategie nichs, ehemalige Analogfotografen als Bannerträger des neuen digitalen Mediums zu nutzen und sie verräterischen Lobeshymnen auf Bits und Bytes singen zu lassen. Nachweislich handelt es sich bei dieser Personengruppe mehrheitlich um Mitglieder niederer Adelsränge, eingeheiratete Pseudostände mit vielfach bürgerlichem Hintergrund.
Da wir, die Ritter des Lichts, die Beschützer von Emulsion und Trägermaterial, unseren Bildungs- und Aufklärungsauftrag nach wie vor ernst nehmen und die Erhellung des einfacher strukturierten Digitalvolkes im wahrsten Wortsinne als Entwicklungshilfe verstehen, lassen wir uns unter größter Überwindung dazu herab, unser göttliches Bildwerk ebenfalls zu digitalisieren und dem Volk als Anschauungsmaterial zur Verfügung zu stellen. Aufrührerische Randgruppierungen nehmen dies zum Anlaß anstatt in gebotener Anbetung, in unangemessene Kritik zu verfallen, ohne überhaupt intellektuell dazu im Stande zu sein, die Größe und Bedeutung unseres Werkes auch nur im Ansatz erfassen zu können.
Obgleich uns solch schnöde Anfeindungen nur peripher tangieren, sollte das nächste Konzil der elitären Filmfotografen eine Entscheidung hinsichtlich zukünftiger Gunstbezeugungen an das bürgerliche Bildvolk treffen. Entzug der Zuwendung und krepieren lassen im grellbunten Klickibuntikitsch, oder weiterhin gnädiges Gewähren und teilhaben lassen an unserer überragenden Kunst.


