Jetzt mal Butter bei die Fische

Fotomagazine – zumindest sind wir uns wohl weitestgehend einig was wir nicht wollen. Soweit so gut. Aber was wollen wir denn nun? Füttern wir das Thema doch mal mit ein paar Fragestellungen:

  • sollte sich ein Magazin an alle oder eine bestimmte Fotografengruppe richten? (Stichwort analog vs. digital)
  • möchte ich vorrangig Bilder sehen, oder auch Text lesen?
  • falls ich Text lesen möchte, was sollte der Inhalt sein?
  • kann ein Magazin die Zielgruppe Amateur und Profi gleichermassen bedienen?
  • falls ja, warum? falls nein, ebenfalls warum?
  • welchen Stellenwert soll Technik / Equipment haben? Überhaupt einen?
  • Der Himmel-blau Workshop nervt uns ja, braucht´s Tutorials?

Abgesehen von der organisatorischen und finanziellen Herausforderung, die ein solches Vorhaben mit sich bringt, wäre der ultimative Startpunkt für ein solches Projekt wirklich zu verstehen was die Zielgruppe will.

Also raus damit, was wollt ihr?

Vom Glück ein Amateur zu sein

“Ein Fotograf, der Wiedererkennungswert haben möchte sollte einen eigenen Stil entwickeln.”

Toller Satz, oder? Wahrscheinlich ist dies eine der größten Herausforderungen, der sich ein Künstler stellen kann. Als Hobbyfotograf oder Amateur habe ich es da einfach. Klar wäre es toll wenn ich mal sowas wie eine eigene Bildsprache entwickeln könnte, aber ich bin nicht darauf angewiesen. Ich kann getrost weiter stümperhaft ablichten und hole mir gefälligen Zuspruch aus dem Familienkreis. Der Profi, oder der angehende Profi unterliegt dem Zwang zur Individualität zwar auch nicht unbedingt (hey, Passbildaufnahmen brauchen keinen eigenen Stil ;-) ), für die höheren Weihen der Auftragsfotografie und vor allem um als Fotokünstler aus der Masse hervorzutreten, gestaltet sich die Situation vermutlich schwieriger.

An dieser Stelle kann ich mir nicht vorstellen, dass die Festlegung auf ein bestimmtes Format, wie man schon mal hier und da lesen kann, für den unverwechselbaren Stil ausreicht. Abgesehen davon, dass es vermutlich noch zwei, drei andere geben wird, die auf die gleiche glorreiche “Idee” gekommen sind, limitiere ich mich gleich selbst und als Alleinstellungsmerkmal erscheint mit das ganze etwas “mager”.

Ohne den Anspruch zu haben, einen besonderen Kunst- oder Fotografieverstand zu besitzen, so finde ich mittlerweile eine Vielzahl der aktuellen Fotografien “seelenlos”. Bilder, technisch teilweise makellos, aber gekennzeichnet von purer Effekthascherei und letztlich oft nichtssagend. Insbesondere bei Leuten, die nach eigenem Bekennen anfangen professionell zu arbeiten und sich auch als Künstler sehen und etablieren wollen, erscheint mir das Ganze vielfach zu bemüht auf dem Weg zum eigenen Stil. Zum Verkauf bei Stockagenturen und für die Feld-Wald-Wiesen-Hochzeitsfotografie vielleicht hervorragendes Material, der künstlerische Nährwert aus meiner Sichtweise oft unterirdisch. Für ein Portfolio von massentauglichen Fotos für Wandkalender und Kaffeetassen ist dies vermutlich der richtige Weg, ich persönlich mag mittlerweile andere Bilder.

Gott sei Dank bin ich nur ein blutiger Amateur, der versucht seine eigenen fotografischen Defizite zu erkennen und daran zu arbeiten – und zwar mit Spass an der Sache und ohne den Zwang des Broterwerbs. Definitiv ein Plus …