Philip Marlowe

Im Rahmen meiner R3 Caffenol Experimente sind auch ein paar Indoor-”wenig-und-das-Kunstlicht”-Aufnahmen entstanden.

Ich nehme mal an, die werden zwiespältig gesehen. Mir persönlich gefällt der rauhe, leicht verschwommene Look, der an Detektivgeschichten und “Heckenschützenaufnahmen” erinnert.

Im Versuchslabor

Was tun, wenn man schon zwei Filme verwechselt und statt des U125 einen R3 auf ISO100 belichtet? Der R3 sollte den Pull doch lässig hinbekommen, stellt sich nur die Frage nach dem richtigen Entwickler. RLS bzw. RHS sind die Referenz, beide sind im Bestand, und beide sind mangels regelmässiger bzw. rechtzeitiger Nutzung wohl hinüber. Das legt die tiefbraune Färbung zumindest nahe.

Also Experimente. Im 100er ISO Bereich hat sich bei verschiedenen Gelegenheiten ja Caffenol bewährt, also warum nicht auch mit dem R3? Gesagt, getan. R3 im klassischen Caffenol CM.

Das Ergebnis lautet: man kann den R3 in Caffenol enwickeln, man muss es nicht. Nun, der R3 ist ja als Zicke und nicht gerade feinkörniger Film verschrien (wobei letztgenanntes insbesondere bei der Pullentwicklung schon eindrücklich widerlegt wurde). Caffenol sorgt hier auch nicht für feinere Stukturen, sondern zeigt sehr deutliches Korn. Der Emulsionsträger klärt sich nicht richtig, sondern hat eine deutliche Grauverfärbung, was sicherlich auch Einfluss auf das Scanergebnis hat.

Einmal mehr lautet die Erkenntnis, dass ich meine Anzahl an eingesetzten Entwicklern deutlich reduzieren sollte. Zu viel davon, wird zu selten benutzt und verdirbt letztlich.

Der Kaffee ging in die Hose

Neben Erfolgsmeldungen gibt es auch Rückschläge. Meine ach-so-geliebte Caffenol Entwicklung war in Sachen Caffenol C-L Premiere ein ordentlicher Reinfall. Für die Nicht-Kaffee-Panscher, das ist das Rezept, das die Caffenol Entwicklung auch für schnellere Filme ab ISO 400 unter Zugabe von Kaliumbromid ermöglichen soll. Die auf den einschlägigen Seiten gezeigten Beispiele sind durchaus eindrücklich und da wollte ich mein Glück auch mal versuchen.

Ist allerdings ziemlich in die Hosen gegangen. Der Film ist mittig uneinheitlich “foggy” und verfärbt. Ich konnte nur 1-2 halbwegs brauchbare Bilder rauskitzeln. Ursache könnte eine fehlerhafte Abmessung der Zutaten sein. Meine Küchenwaage ist nicht wirklich aufs Gramm genau und gerade beim KBr könnte das heikel sein. Ich werde in Kürze den zweiten Versuch folgen lassen, zumindest könnt ihr hier sehen, wie mein neues Nasenfahrrad aussieht…

self-5

Schnutenkönig II

Schnutenkönig
Caffenol wird wohl zu meinem ersten Entwickler der Wahl in Sachen niedrigempfindlicher Film. Auch hier wieder in Kombination mit dem U125 belichtet auf 100 ISO finde ich das Ergebnis ganz phantastisch. Meine nächsten Versuche werden dann die ISO 400 unter Zugabe von Kaliumbromid ansteuern. Ich bin jetzt schon gespannt.

U125 und ein Tässchen Kaffee

Seit neuestem ist Kaffee ja nicht nur meine Droge für die ermunternde Tasse zwischendurch, sondern ebenso für die Filmentwicklungsdose. Nach meiner Premiere mit dem T-Max musste nun der U125 sich durch’s Kaffeebad ziehen lassen und auch ihm ist es außerordentlich gut gelungen.
Fruehstueck Apple Juenger
Ich bedaure ja die Entscheidung der Spuersinn-Truppe den U125 nicht neu aufzulegen, wobei ich wirtschaftliche Entscheidungen natürlich nachvollziehen kann. Ich mag den Film außerordentlich gerne und habe mir zum Glück bei meinem Stelldichein in Braunschweig die Restbestände gesichert ;)