Der Spannungsbogen ist ja besser als bei jedem Krimi, bloß die Auflösung kann dann doch eine herbe Enttäuschung sein.
Als ich gestern meine jüngst erstandene Voigtländer Brilliant der Erstreinigung unterziehen wollte und das gute Stück aufklappte, lachte mit eine Uraltrolle Ilford entgegen. Konsequenz sind sofortige sich überschlagende Kopfkino-Szenen. Die Kamera ist aus den 30er Jahre, d.h. der Film könnte aus den 30er, 40er oder 50er Jahren stammen, danach hat man wohl eher modernere Geräte benutzt. Was könnte drauf sein? Landschaftsidylle? Dokumentationen aus Zeiten des 2. Weltkrieges? Familienaufnahmen? Pin-Ups etwa?
Es nützt alles nichts, ich muss das Ding entwickeln, fragt sich bloß wie… Die Internetrecherche erweist sich als wenig hilfreich. Das Design der Films oder detailliertere Beschreibungen kann ich nirgendwo finden. Initialzündung ist ein Telefonat mit Tilla, die meint am ehesten hat man zu diesen Zeiten mit 25 ASA fotografiert, alles andere wäre Luxus, jedoch schon gleich meine Erwartungen dämpft.
Ich kann vor Aufregung kaum an mich halten und die Rolle wandert in die Dose um mit dem guten alten Rodinal Bekanntschaft zu machen. Was soll ich sagen, die 30 Minuten Vorfreude warn es alle mal wert, das Ergebnis ist jedoch ein leerer Filmstreifen. Keine Konturen, rein gar nichts. Da kann man nichts machen
Ich könnte mich allerdings verleitet sehen gezielt nach alten, ausbelichteten Filmen Ausschau zu halten. Der Nervenkitzel ist sensationell!


