Man munkelt ja, dass sich so manch hartgesottener Analogfreak die Entwicklungschemikalien in Pulverform besorgt, um sich dann bewaffnet mit Geldnote, Spiegel und Rasierklinge den ultimativen Kick zu geben. Nichts für meine Nasenschleimhäute, aber berauscht bin auch ich. Die Dunkelheit hat mich in ihren Bann gezogen und ich bin ich geneigt mich als neugeborenen Jünger der Finsterniss zu bezeichnen
. Die Satanisten mögen ihre Aufnahmeformulare stecken lassen, und die streng Religiösen sich kurz aus ihren Denkmustern befreien. Hier geht es um meine jüngst eingerichtete Dunkelkammer…
Eigentlich klingt doch alles ganz einfach. Negativ in den Vergrösserer einspannen, Rotlicht an, Papier unterlegen, Ausschnitt festlegen, scharf stellen und Belichtungsschuss. Dann hintereinander hinein in die vorher angesetzte Entwickler- Stop- und Fixiersuppe und fertig! Was soll ich sagen, im Prinzip ist das auch so, wobei die Tücke liegt im Detail. Bei meine ersten beiden Versuchen konnte ich gerade kurz eine Bildkontur erkennen, bevor sich üppiges schwarz ausbreitete. Wohl etwas viel Licht. Also flugs die Belichtungszeit von 10sec. auf 2 reduziert und voilà – vom Negativ zum Bildabzug, mein erstes do-it-yourself Foto.
Da schwimmen sie im Becken, die Abzüge. Ich bin im Glücksrausch und stolz wie Bolle. Klar, da ist noch Verbesserungspotential. Saubere Ränder hinzubekommen ist gar nicht so einfach. Und beim 6×6 Format komme ich auch noch nicht 100% klar, aber der erste Schritt ist getan. Jetzt kann munter weiter experimentiert werden und ich habe eine vage Vermutung, wie sich so einige künftigen Wochenenden gestalten werden…