Materialgigantismus

Es ist ja teilweise schon ein richtiger Quatsch, den ich da betreibe. Die Faszination für die Fotografie auf Film ist ungebrochen, und die Zeit in der Dunkelkammer eine nicht enden wollende Entdeckungsreise voller Aha-erlebnisse. Aber der Materialgigantismus, den ich mir gönne, erscheint doch immer wieder grenzwertig.

Hand aufs Herz: selbst wenn ich grosszügig bin, reicht ein Messsucher samt Objektivpark und eine SLR für die Arbeiten auf Kleinbild vollkommen aus. Im Mittelformat wäre es mit 2 Formaten, 6×6 und 6×7 eigentlich auch mehr als grosszügig getan, und doch schlägt das Jäger- und Sammlerherz immer wieder zu. Diese eine noch, die wollt ich schon immer mal probieren, und zack – ein weiteres Stück für den Ausrüstungsschrank. Und es gibt noch so viele, die mich zum Ausprobieren mal reizen würden… Trotzdem hab ich ja hin und wieder das Gefühl, je mehr von den Schätzchen man anschafft, desto eher blockiert man sich in seiner fotografischen Arbeit. Belegen kann ich das nicht.

Weiter geht’s dann in der Dunkelkammer. RA4 kann man auch in der Schale ausprobieren, aber auf einer CPA / CPE geht das natürlich komfortabler. Ich kaufe dann im Vorbeigehen einen Entwicklungsautomaten, freue mich über einen Tag Umbau- und Reinigungsarbeiten (das ist nicht sarkasisch gemeint, mir macht das wirklich Spass), und weiss eigentlich genau, dass für die 2-3 mal, die ich Farbpositive entwickle, die Maschine mit ihrem 2,5 Liter Chemieeinsatz absolut überdimensioniert und unwirtschaftlich ist.

Des Rätsels Lösung lautet vermutlich, dass Vernunft wohl das ziemlich letzte ist, das bei der Silberfotografie zu erwarten ist. Vielleicht ist das auch gut so – seit wann ist Leidenschaft von Vernunft geprägt.

RA4

Die Fotografie hält eine Menge kryptischer Kürzel bereit. C41, E6, RA4… und genau bei letzterem bin ich gerade gelandet.

Die Farbentwicklung habe ich sowohl im Negativ- als auch im Farbumkehrprozess gemeistert, die logische Konsequenz heisst da sich auch mit dem Farbpositiv zu beschäftigen und genau das ist besagter RA4 Prozess. Im Prinzip geht es da erst mal ähnlich zu wie bei der SW-Vergrösserung. Ein Negativ wird über den Vergrösserer auf Papier belichtet und anschliessend ausentwickelt und fixiert.

Was der Farbpositivprozess nicht kennt, sind Gradationen. Der Entwicklungs- und Fixierschritt findet im Regelfall bei etwas höheren Temperaturen statt als der SW-Prozess, die eigentliche Schwierigkeit ist jedoch die richtige Farbfilterung zu finden, d.h. den Vergrösserer für das jeweilige Negativ richtig zu kalibirieren, damit möglichst kein Farbstich entsteht.

Zum Glück habe ich meinen guten alten Durst doch nicht abgestossen, der ist nämlich mit einem Farbkopf ausgestattet und das erste Ergebnis seht ihr hier:

Doch, ich bin recht zufrieden. Am oberen Rand gibt es noch einen leichten Farbeinschlag, den ich mir noch nicht endgültig erklären kann und in den Griff bekommen muss, ansonsten gibt es nix zu meckern.

Kruemelmonster

Erster Test mit dem Spendenpapier. Fazit: läuft!
(Sohnemann beim üblichen Hardcorekrümeln, der Staub ist nicht vom Print, sondern vom Scannerglas…)

Weit, weiter am weitesten

Der Linsenpark zur ZM soll nochmals erweitert werden. Ich bin auf der Suche nach einem Weitwinkel, das bei Landschaftaufnahmen auf Kleinbild etwas mehr zeigt als mein heissgeliebtes 35er Biogon. Ja, Landschaft auf Kleinbild ist eigentlich quatsch, aber gerade auf Urlaubsreisen mit der Familie ist meine Motivation auf grosses MF- oder gar GF-Besteck eher gering ausgeprägt.

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. M-Mount, versteht sich, bei Zeiss wäre da das 18er, 21er oder 25er (das 15er ist jenseits meines Budgets), schielen wir in Richtung andere Hersteller ist das 15er Wide Heliar von Voigtländer recht weit verbreitet. Aber will ich wirklich das Gefummel mit einem externen Sucher? Will ich wirklich die extremen Randabschattungen eines Superweitwinkel, zumal man bei Landschaft gerne mal mit Filter fotografiert? Michael hat mich dann noch dankenswerterweise darauf hingewiesen, dass man bei 21mm und kleiner eigentlich auch den Blenden- und Fokussierring festtackern kann, denn Tiefenschärfe wird zum Fremdwort und die Kompression schnell etwas viel.

Die Lösung könnte das 25er Biogon sein. Ein Sucheraufsatz wäre nicht zwangsläufig nötig, denn das komplette Sucherbild der ZM entspricht in etwa der Brennweite von 25mm. 2,8/25 gibt doch nochmals erhebliche Reserven in Sachen Lichtstärke und die machen auch Sinn, denn auch Personenfotografie und das Spiel mit Tiefenschärfe ist mit einem 25er noch lässig drin.

Luxusprobleme, ich weiss.

Spende No 1

So, die erste Spende ist eingetroffen und ein dickes Danke geht an Frank, der seinen Keller und Gefrierschrank geplündert hat und den Inhalt dankenswerterweise mir zur Verfügung stellt. Wir konnten uns kurzfristig in Darmstadt zur Fotobörse treffen und noch eine Runde nett quatschen und Kaffee trinken. Frank, besten Dank nochmals und ich werde über die Ergebnisse zu berichten wissen!

Wie hier bereits geschrieben: wer seine Papier- oder Filmbestände mangels Verwendung loswerden möchte. Ich, als ewiger Experimentator hätte Verwendung und nehme sie gerne…