Es ist ja teilweise schon ein richtiger Quatsch, den ich da betreibe. Die Faszination für die Fotografie auf Film ist ungebrochen, und die Zeit in der Dunkelkammer eine nicht enden wollende Entdeckungsreise voller Aha-erlebnisse. Aber der Materialgigantismus, den ich mir gönne, erscheint doch immer wieder grenzwertig.
Hand aufs Herz: selbst wenn ich grosszügig bin, reicht ein Messsucher samt Objektivpark und eine SLR für die Arbeiten auf Kleinbild vollkommen aus. Im Mittelformat wäre es mit 2 Formaten, 6×6 und 6×7 eigentlich auch mehr als grosszügig getan, und doch schlägt das Jäger- und Sammlerherz immer wieder zu. Diese eine noch, die wollt ich schon immer mal probieren, und zack – ein weiteres Stück für den Ausrüstungsschrank. Und es gibt noch so viele, die mich zum Ausprobieren mal reizen würden… Trotzdem hab ich ja hin und wieder das Gefühl, je mehr von den Schätzchen man anschafft, desto eher blockiert man sich in seiner fotografischen Arbeit. Belegen kann ich das nicht.
Weiter geht’s dann in der Dunkelkammer. RA4 kann man auch in der Schale ausprobieren, aber auf einer CPA / CPE geht das natürlich komfortabler. Ich kaufe dann im Vorbeigehen einen Entwicklungsautomaten, freue mich über einen Tag Umbau- und Reinigungsarbeiten (das ist nicht sarkasisch gemeint, mir macht das wirklich Spass), und weiss eigentlich genau, dass für die 2-3 mal, die ich Farbpositive entwickle, die Maschine mit ihrem 2,5 Liter Chemieeinsatz absolut überdimensioniert und unwirtschaftlich ist.
Des Rätsels Lösung lautet vermutlich, dass Vernunft wohl das ziemlich letzte ist, das bei der Silberfotografie zu erwarten ist. Vielleicht ist das auch gut so – seit wann ist Leidenschaft von Vernunft geprägt.





