Denim

Ich bin ja noch den Nachtrag zur Cyano-Tee-Tonung schuldig. Hier also das finale Ergebnis und im Vergleich dazu gleich nochmals das gleiche Motiv als “normales” Cyano. Ich mag den Tonungslook sehr gerne, er hat sowas von ausgewaschener Jeans, deshalb taufe ich ihn hier und jetzt “Denim”.

Wie immer ist der Scan für’s Web nicht mit dem Original zu vergleichen, aber die Richtung stimmt zumindest. Ich bin zufrieden. Mit beiden!

Väter und Söhne

Nennt es Lückenfüller oder nicht, ist mir egal. Ich habe diesen entzückenden, kleinen Bildband (Obacht – Amazon-Affiliatelink) gestern Abend wieder in den Händen gehabt. Er gehört zu meinen Lieblings-Fotobildbänden, zu denen, die ich immer wieder mit grosser Freude ansehe.

Es ist ein Buch für Männer. Nicht, daß Frauen nicht auch Spaß an den gezeigten Fotografien haben können, aber sie werden das Spezielle der Beziehung Vater/Sohn nie richtig verstehen. Und genau darum geht es. Vater und Sohn im Bild. Daß dabei große Namen der Fotografie im Spiel sind tut nichts zur Sache, denn jede der gezeigten Aufnahmen ist ein kleines Meisterwerk, und fast jede davon berührt mich. Sei als Vater, sei es als Sohn.

Card Games

Ja, das mit den Entwicklern ist ja auch immer so ein wenig Glücksspiel. Ich hatte Grosses vor. Pyroentwicklung und hier fiel meine Wahl auf den Pyrocat HD, der sich auch zur Rotationsentwicklung eignen soll. Der Witz bei den Pyroentwicklern ist ja, dass sich sogenanntes Stain bildet, d.h. eine Einfärbung oder Gerbung des Trägermaterials erreicht wird, was einmal dem Anschein von Schärfe zu Gute kommen soll und hervorragende Negative zur Verwendung bei alternativen Prozessen à la VanDyke & Co. geben soll.

Den Stain habe ich dank Verwendung eines alkalischen Fixierers diesmal erhalten, auch lag ich mit der Schätzung der Entwicklungszeit recht gut, trotzdem bin ich noch unschlüssig. Das Negativ kommt mir ausgesprochen empfindlich vor, was nicht Tri-X typische wäre, und es zeigt Fingerabdrücke vom Feinsten. Entweder hab ich beim Kassette bestücken bzw. Entnehmen und Einspulen ordentlich gepennt und auf dem Film rumgetatscht, oder mein Handschweiss war gerade hochaggressiv, oder, oder, oder…

Ach ja, und mein Scanner nervt mich auch ungemein, das Zusammenstückeln der 4×5 Negative ist suboptimal!

Es gibt so Tage

Da ist man eigentlich recht zufrieden mit seinen fotografischen Aktivitäten. Grobe Belichtungsfehler gehören nunmehr eher zur Seltenheit, kompositorische Kapitalschnitzer wie Zweige, Masten o.ä., die aus einem porträtierten Kopf wachsen, lassen sich vermeiden und auch die Filmentwicklung stellt im Regelfall keine grössere Hürde mehr dar. Die rechte Gehirnhälfte funkt genügend kreative Impulse und an Bildideen herrscht kein Mangel. Auch bei unmöglichen Temperaturen und Lichtverhältnissen gibt es genügend Möglichkeiten sich mit dem schönsten Hobby der Welt zu beschäftigen, wer nicht fotografiert, holt sich Input aus der langen Regalreihe hervorrgender Fotografiebildbände, taucht in die Geheimnisse des Edeldrucks ein, oder, oder, oder…

Ich besinne mich gestern abend also auf das gute alte Internet und seine diversen Videoplattformen. Gefüttert wird mit Suchbegriffen – natürlich zum Thema Fotografie – und ruck-zuck sind zwei Stunden vorbei. Neue Namen, Neugierde geweckt, kurze Recherche, Portfolioseiten, tja und dann sieht man mal wieder wie viel man noch lernen muss. Der Aha-Moment wo Dir Deine bisherigen Machwerke klein vorkommen, weil du perfekte Bilder und perfektes Handwerk siehst. Na nutzt es auch nichts sich damit zu beruhigen, dass Zone IV überbewertet wird, denn der Mensch, dessen Bilder Dich gerade plätten, zaubert die mal ebenso hervor. Von tiefschwarz bis strahlen weiß, alles da in geradezu unwirklicher Harmonie und Ausgewogenheit.

Es gibt so Tage, da wirst Du also wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Dein unerschütterliches Selbstbewußtsein bekommt einen dezenten Tritt in den Allerwertesten, der Dich weder straucheln noch in den Abgrund der Selbstzermarterung fallen lässt, sondern erneuter Ansporn ist noch mehr zu lernen, noch mehr zu verstehen, noch besser zu werden…

Zumindest bei mir funktioniert das so!

Tea & Coffee

Heute haben sich Erfolg und Misserfolg die Waage gehalten. Die arktischen Temperaturen prüfen auch meine Leidensfähigkeit und somit scheiden zur Zeit Dunkelkammeraktivitäten schlicht und ergreifend aus. Zum Glück haben wir die alternativen Verfahren und hier die gerade angetestete Cyanotypie.

Ein Negativ ist mir schon die ganze Zeit im Kopf herum gespukt. Der “Bad Hair Day” – ein Ergebnis des von mir so hoch geschätzten U125 in Caffenol entwickelt. Farblich hatte ich hier nicht das klassisch Preussisch-blau im Sinn, sondern eine bräunlich getonte Variante unter Verwendung von Tee. Teetonung gibt den Cyanos einen, nach meinen Geschmack, herrlichen Duoton – das blau wird dunkler, etwas dreckiger und das Papier nimmt in den Lichtern einen Tee-Stain an, der zu einigen Motiven ganz ausgezeichnet aussieht. Soweit der Plan.

Es hat fast alles funktioniert, die Färbung ist genau wie ich sie mir vorgestellt habe, wäre da nicht das Negativ, das mich zur Verzweiflung bringt. Der erste Wurf war viel zu dunkel im Gesicht, die jetzige Variante eigentlich perfekt, bis auf den Stirnbereich, der in den Lichtern viel zu stark ausgefressen ist. Für heute musste ich mich allerdings geschlagen geben, da der Drucker sich weigert mit leeren Patronen weiter zu arbeiten. Morgen also auf ein Neues und unten das vorläufige Ergebnis.

Achtet auf den Farbton und ignoriert einfach mal die unperfekten Lichter – ich werd’s nochmals machen…

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