Hotelfotograf

Kennt Ihr, oder? Der obligatorische Fotograf im Ferienhotel, der die unvergessliche Zeit im Bild festhält und der zahlungskräftigen Tourikundschaft feil bietet. Es war also mal wieder so weit. Eine jüngere Dame mit Kamera in der Hand stoppt uns unmissverständlich auf dem Weg zum Abendessen und möchte uns ablichten. Bei mir sind schon sämtliche Fluchinstinkte aktiviert aber die beste Ehefrau von allen ist in Urlaubsstimmung und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

Man kann als Selbstfotografierender ja mit der Situation nicht mehr normal umgehen. Erster Blick auf die Ausrüstung zeigt: Einsteigermodell digitale Spiegelreflex, auch noch die falsche Marke und Kit-Zoomobjektiv. Mahlzeit. Immerhin: die Anweisungen kommen recht sicher, sind aber dem tiefsten Griff in die Klischeekiste entsprungen: Umarmen, Kopf an Kopf, Dame vor dem Herrn, von hinten die Hand um sie geschlungen, etc.

Zehn Auslösungen später ist der Spuk vorbei, wir werden belehrt, dass wir nur am nächsten Morgen zwischen 8.00 und 10.00 Uhr die Chance haben die Meisterwerke zu bestaunen und natürlich zu erwerben.

“Schatz, Du willst doch nicht etwa diese grottigen Fotos kaufen, oder? Das kann nix werden, die von letztem Jahr haben wir auch nur einmal angesehen und dann sind sie zurück in den Briefumschlag gewandert, ausserdem hab ich genug Kameras dabei. Das können wir alles selber machen, dafür in schön…” Ich wiederhole meine Ermahnungen so und ähnlich noch mehrmals am Abend, ebenso am folgenden Morgen. Frühstück. Die Knipskünstlerin lauert den Opfern vom Vorabend am Eingang zum Frühstücksraum auf. Kein Entrinnen möglich. Die Kauflaune soll wohl durch ein Glas Billig-Sprudel-Fusel auf nüchternen Magen entfacht werden. Ich passe.

Nach dem Mahl sehen wir uns also die Machwerke an und ich raune der besten Ehefrau von allen ein eindringliches “Nein” zu. Sie blättert durch die Bilder. Mehrfach. Welches ich denn am besten fände. Meine Antwort die wären alle Kacke ist wohl falsch. Das eine wäre doch gar nicht so übel. Jaaaa, von mir aus. Man muss aber mindestens zwei nehmen. Ich frage ob sie den Preis gesehen hätte. Sieben Euro pro Stück sind mir in der Ansage doch etwas zu deutlich. Preis-Leistung und so… Zwischenzeitlich wurde die Fotografin informiert, dass ich der böse bin und mir keine Bilder gefallen würden (danke Schatz!). Ich melde mich mal ab, um zum Zimmer vor zu gehen. Die beste Ehefrau von allen holt mich ein. Dann solle ich der Fotografin doch sagen, dass ihre Bilder scheisse sind. Wieso sag ich, ich muss und will doch keine Aufklärungsarbeit leisten, und Kaufzwang gibts doch auch keinen. Wenn nur ein Gast seine Bilder kauft hat die Dame doch schon ihre Investition reingeholt, also was soll das?

Wir haben dann 2 Bilder genommen…

Von Mysterien und Wirklichkeit

Ich bin Filmfotograf aus Überzeugung und Leidenschaft. Eine Tätigkeit die Leiden schafft. Moah, müdes Wortspiel, ich weiß. Allerdings sollte, wer plant etwas tiefer in die Materie Filmfotografie einzusteigen, tatsächlich eine gesunde Portion an Leidensfähigkeit mitbringen.

Ich habe bereits mehrfach über Entwicklungsfehler, Belichtungsfehler, verranzte Chemie, Flecken, Staub und anderes Ungemach berichtet. Spannend wird es allerdings, wenn man sich auf den Weg macht und nach Lösungen für fotografische Störquellen sucht. Die Filmfotografie ist ein Tummelplatz für Sagen, Halbwahrheiten, Schwätzer und Druiden. Will sagen: suche nach Antworten, frage 10 Personen und erhalte 10 verschiedene Antworten. Gratis dazu gibts dann nochmals 10 neue Probleme, die ja irgendwie mit deiner ursprünglichen Fragestellung zusammenhängen könnten. Und selbst wenn Du jemanden mit profundem Wissen gefunden hast, der dieses auch noch bereitwillig teilt (was selten ist, und vergessen wir nicht was an anderer Stelle schonmal festgestellt wurde: Fotografen sind hinterfotzig. Alle Geheimnisse werden niemals geteilt…) – es handelt sich immer um die Summe der Erfahrungen einer anderen Person. Im Regelfall führen mehrere Wege nach Rom.

Unterm Strich wird man nicht umhin kommen zu testen. Ein ausgeprägter Spieltrieb dürfte also mindestens ebenso wichtig sein wie die vorgenannte Leidensfähigkeit. Und Herumprobieren dauert in der Dunkelkammer nunmal länger als am Rechner. Auf Knopfdruck zurück auf Start ist nicht. Das nervt öfter mal, lädt zu Flüchen ein und ja, man leidet auch. Dafür ist die Belohnung, ein gelungenes Machwerk nach X-Versuchen in den Händen zu halten, nur mit wenig zu vergleichen.

Tja, und ehe man sich’s versieht wird man selbst zum gefragten Experten und darf sich dann überlegen welches Maß an Verwirrung man unter den Suchenden stiftet.

Porentiefe Reinheit

Ich tobe mich ja mittlerweile schon eine ganze Weile beim Filmentwickeln und Printen aus. Anfangs noch nachlässiger, primär getrieben vom Gedanken den Prozess überhaupt zum Gelingen zu bringen. Heute eine ganze Ecke sorgfältiger, aber mir will noch immer nicht der Print gelingen, der wirklich gänzlich ohne Fussel auskommt. Und irgendein Fleck ist immer auf dem Negativ. Wenn auch nicht mit blossem Auge zu erkennen, auf dem Abzug zeigt er mit Sicherheit sein hässliches Gesicht.

Wie also zum Geier bekommt ihre Eure makellosen Negative und Abzüge hin? Ich will das auch können…

Entwicklung

Also nicht die, im Sinne von Suppe panschen oder Regler schieben, sondern Entwicklung als Fortschreiten der fotografischen Fähigkeiten.

Am Anfang geht alles so wahnsinnig schnell. Rasanter Anstieg der Lernkurve und eindeutig sichtbare Evolution. Aber dann kommt der zähe Leidensweg. Die schnellen, einfachen Effekte diffundieren ins Nirvana, gut oder schlecht ist plötzlich nicht mehr eine primär handwerkliche Frage, sondern subjektive Dinge wie Themen, Umsetzung & Co. rücken stärker in den Vordergrund.

Stillstand und Ratlosigkeit wird jetzt kompensiert durch vermeintlich besseres oder einfach nur mehr Material, das zwar kurz ablenken kann aber letztlich keine Lösung ist. Vermutlich sind das die Phasen, in denen man die Fotografie einfach mal ruhen lassen sollte. Wäre da nicht der tief eingepflanzte Virus, der das Hirn permanent mit Gedankengängen zum Thema flutet und einfach kein Ruhe geben möchte.

Krise.

P.S.: Kreativität ist kein Talent, sondern eine Lebenseinstellung. Darüber denke ich jetzt nach.

Come together

Ihr erinnert Euch? Meet und Greet in der schönen Schweiz? Lasst es uns angehen. Die Interessenten hatten sich ja mehrheitlich für den Herbst ausgesprochen, von daher würde ich ein Septemberwochenende vorschlagen.

Ich hab mal einen Doodle Link erstellt für eine erste Abschätzung von Teilnehmern und Zeitraum. Wenn wir das eingegrenzt haben würde ich die freien Plätze abklären. Falls das alles zustande kommt, müssten wir noch klären wie wir das reservierungstechnisch angehen. Mein Vorschlag wäre, dass das jeder für sich selbst übernimmt, dann gibt es später keinen trouble falls einer nicht kommen kann etc.

Preise könnt Ihr auf der Homepage anschauen, neben ner Menge anderer Infos. Meine Impressionen nochmals hier. Ich denke mal, wenn wir die Umfrage 2 Wochen laufen lassen, sollte das mehr als genug sein. Danach würde ich nochmals hier das auserkorene Datum posten, vorab die Verfügbarkeit der Plätze abklären und Euch dann zur verbindlichen Reservierung auffordern.

Wäre doch ein Kracher wenn wir das hinbekommen.